Johannes Placotomus I.
Kurzvita
Als Geburtsort wird z.T. auch Murstadt angegeben. In den Wittenberger Matrikeln steht jedoch "Monerpolitanus". Laut Skrobacki 1969, S. 57 Sohn des Danziger (!) Apothekers Jacob B. Anderslt. Sterbejahr 1586.
1530 in Wittenberg immatrikuliert, dort 1541 Magister Artium. 1543 Dr. med. Im selben Jahr Umzug nach Königsberg, wo er auf Empfehlung Martin Luthers Schulrektor wird. 1544 ist er erster Professor für Medizin. Es entwickelt sich ein Streit mit Andreas Aurifaber ("Professor secundus") wegen dessen Parteinahme für Osiander. 1548 Abmahnung durch Herzog Albrecht. 1550 wird Placotomus wegen des Streits mit Aurifaber und auf Betreiben von Osiander entlassen, das Herzogtum hat er aber anscheinend bereits 1549 verlassen (Jaster 2005, S. 19).
Danach zunächst Tätigkeit als Arzt, ab 1552 Tätigkeit als Stadtarzt in Danzig. Seit 1553 Verwalter der Ratsapotheke. 1555 muss er Danzig verlassen, wegen Streitigkeiten mit dem Bischof Stanislaus Hosius.
Lt. Anselmino 2003, S. 35: 1558 Rückkehr nach Danzig.
Antiosiandrist
Gegner (Osianderstreit): Aurifaber, Osiander
Gegner: Fuchs / Ryff (Deutsche Üersetzungen)
Vita
TODO: Leibarzt des litauischen Marschalls Nikolaus Radziwil.
Melanchthon widmete ihm seine Vorrede zu Josias Menius’ Conspecta in coelo imagines, non procul a Brunsviga anno M.D.XLIX. descriptae Elegia (Wittenberg 1553) (Melanchthon, Briefwechsel, Bd. 7: 20) und setzte sich 1553 vergeblich für seine Neuberufung erst nach Greifswald (ebd., Bd. 7: 45), dann nach Frankfurt (Oder) (ebd. Bd. 7: 63) ein. - Nach Bargmann 1951, 66 später in Elbing tätig.
Anfang 1566 wieder in Danzig nachgewiesen: Trew, Placotomus 3.
Weitere Notizen aus Schnaase 1865 (nicht mit der obenstehenden Vita abgeglichen; Schnaase schöpft wohl aus Valentin Schlieffs biogr. Arbeiten zu Danzig, welche ihrerseits auf Ludwig von Hammen zurückgehen: S. 7):
- gegner osianders, dadurch ab 1550 vom hzg verdächtigt und kontrolliert
- greift andreas osiander, den schwiegersohn osianders, an
- daraufhin aus dem senat auscgeschlossen
- hzg befiehlt ihm ruhe zu halten, das mißlingt
- 10.1550 aus dem hzm ausgewiesen, da er sich aber zugl. wg. der schmähung o.s verteidigen soll, bleibt p. da
- ab 1551 fürsprache melanchthons, cr 4843 ua
- 1552 nach danzig, dort prakt. arzt
- nach 1555 angebl. in wb, l, kbg lehrend
- 1558 aus deutschland wieder nach dzg, da ihn nikolaus radziwill zum la ernannt hat
- von da an bis zum tode in dzg
- ab 1562 oder 1563 med. phys. gedan., lt. ephr. praetorius, athenae gedanenses
- ob auch prof. gymn. ged., unsicher
- 1. Ehefrau Kath. Rinck, T. des Eislebener Stadtvogts; 3 T.: Cath. (vh. m. Andr. Haek), Anna (vh. m. M. Casp. Schütz, Sekr. d. St. Dzg.), Dorothea (vh. m. Barth. Berends), 2 S.: Joh., Dan.; 2. Ehefr. Barbara von Arlen, 3 S.: Dav., Sal., Jacob; David Dr. [med.?] PD 1592
- gibt 1556.60.83 hessus‘ de tuenda bona val. neu heraus
- Abweichendes Sterbejahr (S. 15): Anfang 1577
Literatur
- RAG: https://resource.database.rag-online.org/ngDT6G870EL6mszZxCcs1BpG
- PND
- Polski slownik biograficzny 26 (1981), 634-636 (Z.H. Nowak)
- Vgl. Melanchthon, Briefwechsel: Bd. 11: 210f.
- Schnaase 1865
- Bargmann 1951, 66
- Scholz 1962, 58-61.
- Skrobacki 1969, 57 f.
- Stupperich 1973, 89 ff.
- Kaufmann 2001, 270 Anm. 113
- Anselmino 2003, 34-41