Balthasar Summer
Addenda zum Biogramm
- 1529/01/08: Taufe in der Marienkirche. Sein Zweitname Gabriel geht auf seinen Taufpate und Pastor der Kirche zu Torgau Gabriel Didymus zurück. (lt. Herzog 2023, 30)
- Sein Vater war der Gerbermeister Balthasar Summer der Ältere. Seine Mutter war ein Waisenkind aus dem städtischen Adel namens Margarethe von Dommitzsch. (lt. Koch 2007, 333 und Herzog 2023, 10)
- Sein aus Gräfenthal stammender Großvater Johann Summer (väterlicherseits) war Ratsherr und später Bürgermeister von Gräfenthal. Seine Großmutter (väterlicherseits) war Margaretha Lutzin. (lt. Herzog 2023, 26)
- Summer hatte seit seiner Kindheit aufgrund eines Treppensturzes mit Sprachproblemen zu kämpfen, da ihm für 9 Jahre die zwei forderen Schneidezähne fehlten. Diese wurden später ersetzt. (lt. Koch 2007, 333 und Herzog 2023, 31)
- 1544: Bei der Einweihung einer neuen Kirche in Torgau hörte Summer die Predigt von Martin Luther mit Bewunderung. (lt. Herzog 2023, 35)
- 1547: Summer hielt sich in Leipzig auf, welches im Zuge des Schmalkaldischen Krieges unter Belagerung stand. Dort geriet er zeitweise durch den Artilleriebeschuss auf die Stadt in Lebensgefahr. Summer wollte wegen der äußeren Umstände, die in seiner Heimatstadt herrschten, sein Studium aufgeben und sich vollständig dem Gerberhandwerk zuwenden. Jedoch konnte der Rektor der Lateinschule in Torgau namens Marcus Crodelius auf Summers Mutter einreden, dass sie ihn wieder zur Schule schicken möge, was auch geschah. (lt. Herzog 2023, 35 und 37)
- Für die Finanzierung des Studiums, erhielt Summer die Ersparnisse seiner Mutter. (lt. Herzog 2023, 42)
- Summer zahlte keine Immatrikulationsgebühr in Wittenberg, da er den Rektor Jakob Milich bereits kannte. (lt. CIV und Herzog 2023, 43)
- 1550/07/30: Michael Voigt, der neue Cantor aus Torgau, kam nach Wittenberg. Mit ihm schloss Summer eine gute Freundschaft. (lt. Herzog 2023, 44)
- 1550/09/19: Auf Anraten von Anna Moschwitz wurde Summer in das Haus von ihrem verstorbenen Ehemann Augustin Schurff aufgenommen. Dort lebten zudem noch die Töchter von Schurff. Er sollte dort nicht als Hilfskraft sondern als Freund leben. (lt. Herzog 2023, 45)
- 1550/10/25: Ohne dem Wissen von Summer und seiner Mutter schrieb der Ratsherr Joachim Moschwitz an Jakob Milich einen Brief. In diesem bat er ihn mit Philipp Melanchthon zu sprechen, dass er für Summer ein Empfehlungsschreiben an den Rat der Stadt Torgau schicken möge. Dies hatte folgenden Hintergrund (lt. Herzog 2023, 45 f.):
Der Bürgermeister der Stadt Torgau Martin Proschwitz sprach im Rathaus mit Summers Mutter: "Ihr ernehret eüern Sohn in Wittenberg auf eigene Kosten, und er verlanget von Uns; ein Stipendium Ihm zu geben, sich desto besser zu unterhalten damit ihr nicht ausgezehret werdet. Schreibet also an ihm, daß er den H<errn> Philippum (Melanch<thon>) angehe, damit er von ihm ein Bittschreiben erhalte, und uns aushändige; wan wir solches Zeügnis erhalten, so wollen wir ihm und Eüch einer elenden Wittwe willfährig seyn." (lt. Herzog 2023, 46)
- Summer besuchte die Collegia von Milichius und dieser sprach mit Melanchton. Daraufhin schickte Milichius Balthasar Summer zu Melanchton. Dieser prüfte ihn und händigte danach das Empfehlungsschreiben aus. (lt. Herzog 2023, 46)
- 1551/04/13: Summer bat Jakob Milich um eine Empfehlung an Paul Eber (1511-1569). Er schrieb zudem noch selbst einen Brief an denselbigen und übergab ihn persönlich an Eber. Eber Soll daraufhin gesprochen haben (lt. Herzog 2023, 46):
"wie Er dem Millichio wolte gefällig seyn, und umb 1 Uhr, hörete Er des Eberi Lectiones, und diesen grossen und göttlichen Mann, habe er jeder Zeit hochgeachtet." (lt. Herzog 2023, 46 f.)
- 1551/08/21: Summer fing an zusätzlich Mathematik zu studieren und besuchte die Lesung über die Ephimerides bei Johan Garceus. (lt. Herzog 2023, 47)
- 1551/10/04: Nach der Befreiung aus einer Gefangennahme sandte Joachim Moschwitz 4 fl. an Summer. Summer sollte als Stipendiat der Stadt Torgau von nun an 15 fl. jährlich erhalten. (lt. Herzog 2023, 47)
- 1551/12/17: Summer besuchte die letzte Lesung von Johann Marcellus vor seinem Tod. Dieser soll am 1551/12/25 gestorben sein und begraben "bey der Kriche nach dem Parochial Häusern zu". (lt. Herzog 2023, 47)
- 1552/03/15: Summer ließ sich von Johann Etlingern ein Astrolabium anfertigen. Dabei soll er sich auch das Wissen zur Anfertigung eines solchen astronomischen Recheninstrumentes angeeignet haben. (lt. Herzog 2023, 48)
- 1552/05/01: der Rektor der Universität Wittenberg Lorenz Lindemann reiste nach Torgau, um im Elternhaus Summers vor der wütenden Pest in Wittenberg Zuflucht zu suchen. Am 1552/05/11 folgte Summer nach. Am 1552/06/15 zog Summer mit einigen Studenten, die drei Tage zuvor nach Torgau kamen, wieder zurück nach Wittenberg. Wenig später wurde die gesamte Universität bis zum 1552/12/25 wegen der Pest nach Torgau verlegt. (lt. Herzog 2023, 48 und 51)
- 1553/01: Summer blieb in Torgau und wollte sein Studium abrechen und reiste zu dem Geschäft seiner Mutter nach Mühlberg. (lt. Herzog 2023, 51)
- 1553/03/19: Summer reiste mit seinem Schwager Stephan Oswalden nach Thüringen. Dort verblieben sie in Erfurt acht Tage, da Oswalden krank geworden ist. Dort besuchte er eine katholische Messe und hörte einen Mönch predigen. Von Alexio Naboth wurde er in eine Protestantische Kirche geführt, welche nach der Confessio Augustana ausgerichtet war. (lt. Herzog 2023, 52)
- 1553/06/26: Summer war Gast bei der Hochzeit von dem Pastor Martin Gensch aus Oelsnig, welcher seine Hochzeit in Torgau feierte. (lt. Herzog 2023, 52)
- 1553/07/04: Summer betätigte sich als Tagelöhner mit dem Ziel sich vom Studium abzuwenden und "sich auf eine andere Lebensart zu legen". (lt. Herzog 2023, 52)
- 1553/09/05: Der Torgauer Bürgermeister Martin Proschwitz hatte mit Summers Mutter geredet, weil er Summer gesehen hat wie er händische Arbeit verrichtete. Proschwitz hatte die Mutter daraufhin dazu aufgefordert, Summer wieder nach Wittenberg zurückzuschicken, damit dieser sein Studium weiterführen sollte. Zu diesem Zwecke wollte Proschwitz ihm sein Stipendium wieder gewähren und dies beim Stadtrat auch erwirken. Am darauffolgenden Tag bekam Summer auch die Zusicherung für das Stipendium auf dem Rathaus in Torgau. (lt. Herzog 2023, 54)
- 1553/09/25: Summer ging zusammen mit Anton Kentenberg zum Rathaus in Torgau und beide erhielten 7 1/2 fl. Stipendiengeld. (lt. Herzog 2023, 54)
- 1553/10/16: Hochzeit von M. Laurentius Dornhofer und Elisabeth Putzmann in Torgau, bei welcher neben Summer auch Paul Eber (1511-1569) als Gast erschien. Am nächsten Tag reiste Eber zusammen mit Summer wieder nach Wittenberg. Summer begleitete Eber nur bis nach Welsau. Unter Ermahnung von Eber, dass Summer sein Studium nicht erneut verlassen soll, versprach er schnellstmöglich nach Wittenberg nachzufolgen. (lt. Herzog 2023, 54)
- 1553/10/25: Summer erreichte Wittenberg und brachte Paul Eber (1511-1569) Torgauisch Bier, reiste aber am folgenden Tag wieder nach Torgau und erledigte für seine Mutter in Hertzberg, Schweinitz und Jessen Geschäfte. 14 Tage später zog er wiederum nach Wittenberg und am 1553/10/22 hat er sich seine Geräte bringen lassen. Er wohnte dann mit seinem Bruder und Georg Kirchhoff in einer Stube. (lt. Herzog 2023, 54)
- 1555/01/05: Summers Mutter sandte Balthasar Summer 15 Taler, da sie erfahren hat, dass Paul Eber (1511-1569) Summer dazu geraten hat den Magister zu erwerben. (lt. Herzog 2023, 55)
- 1555/09/10: Summer beging mit seinem Schwager Stephan Oswalden eine Reise durch Polen von der er am 1555/09/30 zurückkehrte. (lt. Koch 2007, 333 und Herzog 2023, 56)
- Nach Erwerb des Magistergrades beschloss der Rat 1555 Summer weiter zu fördern:
"M. Balthasar Sommer desgleich(en) Jacob Dechsell, welche eines Erbarn Radts Stipendia ein Jeder drei Jar lang, gebraucht hat, Ist auf Ire bit, vnd in ansehung Ires vleisses, einem Jedern ein Jar lang ein stipendium zugebrauchen vortrostung geschehen, vnd nachgelassen." (lt. Koch 2007, 333 und Herzog 2023,11 f.)
- 1555/11/14: Besuch von medizinischen Vorlesungen. (lt. Herzog 2023, 56)
- 1557/08/10: res.art. (lt. Koch 2007, 333)
- 1558/06/27: Hochzeit von Eusebius Menius in Wittenberg, welcher Summer beiwohnte. (lt. Herzog 2023, 59)
- 1558/07/27: Summer reiste nach Torgau wegen des Stipendiums. Dort erhielt er von eigentlich 20 fl. lediglich 15 fl. vom Rat der Stadt. (lt. Herzog 2023, 59)
- 1559/02/12: Summer verkündete öffentlich die Fertigstellung eines von ihm erstellten Kalenders. (lt. Herzog 2023, 59)
- 1559/10/14: Erhielt von Severin Göbel I. aus Österreich Briefe mit der Aufforderung zu ihm zu kommen. Dieser Aufforderung ging Summer nicht nach. (lt. Herzog 2023, 62)
- 1560/02/28: Summer wurde von Andreas Woij, einem Edelmann aus Pommern, besucht. Er bot ihm eine Stelle als Hofmeister beim Grafen von Neugat an und versprach ihm ein Jahresverdient in Höhe von 50 Talern sowie er zusätzlich "einen freyen Tisch, Kleider, Bücher, und ein mehrers bekommen solte". Außerdem wurde ihm eine Stelle an der Universität Greifswald angeboten. Dr. Schade riet ihm jedoch davon ab und die Stelle wurde an Ernestus Regius vergeben. (lt. Herzog 2023, 62)
- 1560/04/10: Summer bewegte Fabian von Weissenfels zur Beichte zu gehen, " denn er fühlete Anfechtunge; und ward zu weilen, vom Teufel gequälet, weil er der Zauberey Künste gesuchet, und sich in des Agrippæ Philosophie vertieffet hatte." (lt. Herzog 2023, 62)
- 1560/04/11: Philipp Melanchthon hielt seine letzte Vorlesung vor seinem Tod, welche Summer besuchte. (lt. Herzog 2023, 62)
- 1560/05/17: Von Eusebius Menio und Abraham Werner I. als Botanicus in Wittenberg eingesetzt. (lt. Koch 2007, 333 und Herzog 2023, 63)
- 1560/10/25: Caspar Peucer I. schlug Summer eine Stelle als öffentlicher Professor an der Universität Könisberg vor. Sollte er sich für die Stelle entscheiden, würde Peucer Summer den dortigen Gelehrten empfehlen. Zudem sollte er Peucer zu einer Hochzeit in Torgau begleiten. (lt. Herzog 2023, 64)
- 1560/10/29: Auf dem Weg zur Hochzeit sprach Peucer mit Summer:
"Ich gedencke; wann er nach Konigsberg kommt, nicht; daß er da bleiben soll, der Fürst ist sehr alt, stirbt Er, so ist eine große Veränderung zu besorgen, daher rathe ich, daß er bey uns bleibe," was Summer auch tat. (lt. Herzog 2023, 64)
- 1561/10/10: Summer wurde im Hause Johannes Kentmanns in Torgau mit dem Leibarzt des Kurfürsten August (Sachsen) namens Caspar Nefio bekannt gemacht. (lt. Herzog 2023, 65)
- 1561/10/10: Melchior Fend riet Summer, die bisherig von Kaspar Strub besetzte Stelle anzunehmen und Stadtarzt in Wittenberg zu werden. Dabei wollte er ihm auch zur Seite stehen. Summer war sich jedoch unsicher, ob er die Stelle antreten möchte. Schließlich schlug er die Stelle aus und Abraham Werner I. nahm sie an seiner statt an. (lt. Herzog 2023, 65)
- 1561/11/24: Summer war zu Gast bei der Hochzeit von Caspar Cruciger (1525-1597). Agnes Milich, die Tochter von Jakob Milich "ward Ihm zugesellet." (lt. Herzog 2023, 65)
- 1562/02/14: Caspar Peucer I. beauftragte Summer ihm eine Nativität zu stellen und bezahlte ihn mit 2 Talern. (lt. Herzog 2023, 66)
- 1562/05/02: Summer ging mit dem Freiherr von Lichtenstein aus Österreich aufs Feld um Kräuterkunde zu betreiben. (lt. Herzog 2023, 66)
- 1562/08/15: Caspar Peucer I. und Rektor Johann Schneidewein foderten Summer dazu auf die Gesetze der Universität zu verlesen. Wegen seiner Sprachprobleme sträubte er sich zunächst, befolgte aber die Anweisungen Peucers und Schneideweins und las in Gegenwart des Rektors, vor allen Herren und über 200 Studenten die Gesetze der Universität vor. (lt. Herzog 2023, 66)
- 1562/08/15 "luden Ihn die Academici, zu ihrer Rustication ein." (lt. Herzog 2023, 66)
- 1562/09/26: Summer wurde von Jakob Horst anlässlich seiner Promotion zum Dr. med. und seiner Hochzeit in Frankfurt (Oder) eingeladen. (lt. Herzog 2023, 66)
- 1562/10/07: Summer war mit seinen Schülern in Torgau auf der Beerdigung vom Sohn des Bürgermeisters Georg Weinbehr. Am Abend des gleichen Tages wollte ihn ein Faber mit einem Messer töten. Summer blieb jedoch unverletzt. (lt. Herzog 2023, 66)
- 1563/02/21: Summer führte mit seinen Schülern in Luthers Haus die Comœdie Andria auf. Am 1563/02/26 wiederholte er die Aufführung auf der Schlosshof. (lt. Herzog 2023, 66)
- 1563/03/05: Summer reiste gemeinsam mit Caspar Peucer I. nach Zerbst zum Hof des Füsten von Anhalt. Georg Cracow und Lucas Cranach der Jüngere folgten ihnen einen Tag später nach. (lt. Herzog 2023, 67)
- 1563/03/09: Peucer versuchte Summer davon zu überzeugen Agnes Milich zur Frau zu nehmen. Dieser hatte jedoch kein Interesse. Die Brüder von Agnes scheinen wohl auch ein Faktor gewesen zu sein. (lt. Herzog 2023, 67)
- 1563/04/25: Johann Fischer, ein Diener der Kirche zu Torgau, kam zu Summer nach Wittenberg und lud ihn zur Deposition seines Sohnes und seines Bruders ein. Zudem wollte er, dass Summer seinen Bruder Martin Fischer aufnimmt. Summer lehnte dies erst ab. Am 1563/04/29 willigte er letztlich ein und nahm ihn auf. (lt. Herzog 2023, 67)
- 1563/05/06: Johannes Kentmann ermahnte Summer zum Dr. med. zu promovieren und anschließend zu ihm in die Arztpraxis nach Torgau zu kommen um dort zu praktizieren und das er vor der Promotion keine Ehe eingehen sollte. (lt. Herzog 2023, 68)
- 1563/05/25: Melchior Fend rief Summer zu sich und ermahnte ihn, dass er sich zu zwei anderen (Philipp Buchamer und Michael Lingel) gesellen sollte, die auch die Promotion zum Dr. med. anstrebten. Summer zweifelte jedoch an seiner Befähigung zu promovieren und wollte den Doktorgrad nicht erwerben. Fend drohte ihm mit der Aufkündigung des freundschaftlichen Verhältnisses, sollte er seiner Aufforderung nicht Folge leisten. Seine Präzeptoren Caspar Peucer I., Melchior Fend, Johannes Hermann und Veit Winsheim kamen zusammen und riefen Summer herbei. Dieser willigte letzlich ein zu tun was von ihm gefordert wurde und entschuldigte sich für sein Gebaren. Seine Präzeptoren sicherten ihm daraufhin ihre Unterstützung zu. (lt. Herzog 2023, 69)
- 1563/05/27: Caspar Peucer I. teilte Summer und den anderen Respondenten die Themen ihrer Disputationen mit. Bei der Disputation am 1563/06/18 waren zwei Prinzen aus Pommern, zwei Freiherren und etliche Studenten zugegen. Das Examen fand einen Tag später kurz vor einer Sonnenfinsternis in Melchior Fends Haus statt. (lt. Herzog 2023, 69 f.)
- Wegen der Sonnenfinsternis riet Paul Eber (1511-1569) mit der Promotion zu warten, "weil sonsten vielen gefährligkeiten unglücksfällen und Übel würden unterworffen seyn." Michael Lingel hingegen ärgerte sich über den Aufschub. (lt. Herzog 2023, 70)
- 1563/07/06: Abraham Ulricus, ein Pastor und der Hofprediger von Zerbst, kamen nach Wittenberg. Der Hofprediger gab Summer im Namen vom Fürsten Joachim Ernst (Anhalt) fünf Taler. (lt. Herzog 2023, 70)
- 1563/07/08: Zur Promotion zum Dr. med. kamen zwei Prinzen aus Pommern, acht Freiherren, die Gesandten der Universität Leipzig, Hanß Löser aus Pretsch und Hanß von Vitzthum. (lt. Herzog 2023, 71)
- Zur Promotion zum Dr. med. erhielt Summer ein Geschenk vom Rat der Stadt Torgau:
"Dem Herren Doctor Balthasar Sommer Ist beschlossen vf sein Doctorat zu schenken X thaler, oder ein Becher vor XII thl." (lt. Herzog 2023, 12)
- Außerdem bekam Summer von Mathaeo Ketner und Jacob Rhedel einen silbernen Becher, von Lorenz Lindemann "einen guldenen gekrönten groschen", von Dr. Unrhu zwei Taler, von Hans Unrhu eine Krone, von Hans von Dommitsch einen dreiköpfigen Taler und von Wolff von Dommitsch einen rheinischen Gulden. Dazu kam noch ein Taler von Hieronymus Niemann als auch einer von Donat Lentz, von Jodoco Müller einen ungarischen fl. und von Conrad Rhuels Frau sowie von seiner Schwester Margaretha Summer bekam er je ein schönes Hemd. Heinrich Müller schenkte ihm ein feines Schnupftuch und Erasmus Nitschen, ein Stadtsyndikus, schenke ihm einen Taler. Gefolgt war die reiche Beschenkung Summers von einem Festmahl. Dort wurde an 20 Tischen gespeist. (lt. Herzog 2023, 71)
- 1563/07/11: Summer plante eine Reise nach Wien, denn Michael Lingel wollte ihn mitnehmen. Die wittenberger Doktoren wollten Summer aber lieber in Torgau haben.
- 1563/08/16: Summer wurde von Hieronymus Osio gefragt, ob er mit ihm zusammen nach Wien reisen würde, um den neu gekrönten König Maximilian II. (HRR) zu gratulieren. Summer begleitete Osio, welcher von Maximilian II. am 1563/10/05 ein Diplom und Geld erhielt. (lt. Herzog 2023, 72)
- 1563/10/07: Summer erhielt ein Angebot in Wien mit einer Vergütung in Höhe von 300 fl., die er am 1563/10/13 ausgeschlagen hatte. Am 1563/11/04 kamen sie wieder in Wittenberg an. (lt. Herzog 2023, 72)
- 1563/12/20: Summer erhielt Briefe von Johannes Kentmann, dass er wieder zurück nach Torgu kommen sollte. Am nächsten Tag kam Summer in Torgau an und wurde von Kentmann damit beauftragt ihn in der Arztpraxis zu vertreten während er seinen Vater in Dresden besuchte. Am nächsten Tag übergab er Summer die Praxis und begann seine Reise nach Dresden. (lt. Herzog 2023, 72)
- 1564/01/16: Johannes Kentmann kam zurück nach Torgau. Summer wollte ihm die Einnahmen übergeben, welche seiner Vertretung generiert wurden. Diese dürfte er allerdings behalten. Kentmann wollte Summer in seiner Praxis behalten, da er darauf spekulierte an den kurfürstlichen Hof berufen zu werden und Summer dann seinen Platz als Stadtarzt in Torgau einnehmen könnte. (lt. Herzog 2023, 72)
- 1564/11/28: Summer war auf der Hochzeit von Johann Hermann und der Tochter von Lucas Cranach der Jüngere namens Barbara Cranach eingeladen, blieb der Hochzeit allerdings fern. (lt. Herzog 2023, 75)
- 1565/01/09: Summer erhielt einen Brief von Dr. Schnupffio aus Frankfurt am Main. Dieser wollte, dass Summer zu ihm kommen sollte um in Frankfurt zu praktizieren. Außerdem riet er ihm sich mit keiner Frau einzulassen bzw. zu heiraten. Zudem versprach er ihm eine gut bezahlte Stelle. Da Summer sich in seine spätere Ehefrau Judith Burchart verliebte, nahm er dieses Angebot jedoch nicht an. (lt. Herzog 2023, 76)
- 1565/02/19: Summer war zu Gast bei der Hochzeit von Marci Moller und Magdalena Weinbehr, die Tocher des Bürgermeisters der Stadt Torgau Georg Weinbehr.
- 1565/04/29: Verlobung mit Judith Burchart. (lt. Herzog 2023, 78)
- 1565/09/03: Ehe mit Judith Burchart, die Tochter des Stadtrichters im Rat namens Thomas Burchart. Die Mutter der Braut war die Tochter des kurfürstlichen Baumeisters Konrad Krebs. (lt. Koch 2007, 333 und Herzog 2023, 12)
- 1565/10/03: Caspar Peucer I. bewirtete im Hause Joachim Kreichs folgende Personen: Lorenz Lindemann, Georg Cracow, Dr. Major Seniorem, Dr. Kisewerter, welcher Kanzler war, den Hofprediger Christian Schütz, sowie andere fürstliche Räte. Diese waren in Torgau wegen eines vom Kurfürsten August (Sachsen) ausgeschriebenen Konvents zusammengekommen. Auch Summer war zu Gast. Dieser wurde von Peucer vor den Gästen in Schutz genommen als diese ihn für "ein klein, lichtlein und untüchtigen" hielten. Den Tag darauf reisten Peucer und Major zurück nach Wittenberg (lt. Herzog 2023, 81).
- 1565/10/27: Caspar Peucer I. und Johann Hermann suchten den Kurfürsten auf, um heimlich die Bedingungen auszuhandeln, damit Hermann die Stelle bei Hofe bekleiden kann. Zwei Tage später ging Hermann mit Summer spazieren und versprach Summer "von freyen stücken alle Dienstfertigkeit" (lt. Herzog 2023, 82).
- 1566/12/20: Summer und Georg Unruhe reisen nach Liegnitz (lt. Herzog 2023, 86).
- 1566/12/26: Der Fürst schickt ihnen Fische und Wein und Summer wird zu einem schwerkranken Edelmann gerufen (lt. Herzog 2023, 86).
- 1566/12/28: Summer wird an den Hof gerufen. Einigung über seine Anstellung: 40 Gulden Jahresgehalt, freier Tisch für ihn und seinen Diener, Fürst nimmt ihn unter seinen Schutz. Weitere Zusagen vom Rat in Liegnitz: 40 Gulden jährlich, 5 Haufen Holz, freie Wohnung, 10 gute Taler als Ehrenzahlung, Möbeltransport aus Torgau (lt. Herzog 2023, 86).
- 1568/11/06: Summer wurde ein Wolf nach Liegnitz zugesandt, welchen er anatomierte. Dabei war unter anderem Johannes Cruciger aus Wittenberg (lt. Herzog 2023, 90 und Koch 2007, 333).
- 1569/03/13: Summer wurde vom Kanzler aufgetragen, dass er den Fürsten nach Polen in die Stadt Lublin begleiten sollte (lt. Herzog 2023, 90).
- Von seinen zehn Kindern verstarben vier im Kleinkindalter. (lt. Herzog 2023, 21)
- Im Zuge seiner Tätigkeit als Leibarzt des Herzogs von Liegnitz und Brieg begleitete er diesen auf einer weiteren Reise durch Polen. (lt. Koch 2007, 333)
- 1574-1602: Neben der stadtärztlichen Tätigkeit war Summer zusätzlich noch Schulinspektor in Torgau. (lt. Koch 2007, 333)
- 1602/07/09: Bestattung. (lt. Herzog 2023, 20)
Fußnoten
Fußnote 1
- Summer erhielt den Titel in Philipp Melanchthons Haus und in der Stube von Caspar Peucer I.. Verliehen wurde ihm der Bacc. art. von ( dem aus Osnabrück stammenden) Andrea Wisling , welcher Dekan war. Diesem gab er 2 thlr. und dem Pedellen 2gl. Die Examinatoren waren der Dekan und zwei Magister. (Lt. Herzog 2023, 48); lt. Koch 2007, 333 am 1552/10/15.
Fußnote 2
- Lt. Koch 2007, 333 und Herzog 2023, 55; hatte den 22. locum unter 43 Kandidaten.
Fußnote 3
- Lt. Koch 2007, 333 und Herzog 2023, 13. Vorgänger: Johannes Kentmann. Lt. Lange 1997, 39 wurde sein Anstellungsvertag vom Notar und Gerichtsschreiber Georg Melwitz unterzeichnet. Summer wurde zu den selben Bedingungnen wie Kentmann eingestellt: 80 Gulden pro Jahr, sechs Klafter Holz (zusätzlich sechs Klafter als Zulage), zehn Scheffel Gerste und freie Wohnung.
Fußnote 4
- lt. Koch 2007, 333; Angestellt bei dem Herzog von Liegnitz und Brieg. (Vermutlich Georg II. (Brieg)) lt. Herzog 2023, 12 bzw. Friedrich III. (Liegnitz) lt. Herzog 2023, 93. Ab 1567 Leibarzt. Enddatum: TAQ (Anfang Tätigkeit in Torgau).