Severin Göbel I.
Addenda zum Biogramm
Eine für das Jahr 1558/59 geplante Studienreise nach Italien fand wohl nicht statt (Anselmino 2003, S. 56).
Am Hof in Königsberg war Göbel in einen Streit mit Paul Skalich geraten. So warf Göbel Skalich etwa Verunglimpfung vor und sprach sich gegen die Verabreichung eines Medikaments aus, das Skalich (kein studierter Arzt) verabreicht hatte. Der Streit hatte auch Einfluss auf das Verhältnis Göbels zum Drucker Hans Daubmann, einem Günstling Skalichs. 1566 musste Skalich den Hof verlassen (vgl. Anselmino 2003, S. 46-48).
In Königsberg hatte sich Göbel für die Errichtung eines Wildbades sowie einer Art Krankenstation eingesetzt (vgl. Anselmino 2003, S. 48 f.).
1561 heiratete Göbel Ursula Büttner (1582 verst.), danach die Witwe von Kaspar Steinbrecher (ihr Vorname ist nicht bekannt).
Göbels gleichnamiger Sohn wurde sein Nachfolger als Leibarzt und Professor in Königsberg.
Werkübersicht
Ein Schwerpunkt von Göbels literarischen Schaffen liegt auf der Beschäftigung mit Bernstein und seinem Ursprung, worüber er zwei Werke allein (MAV Druck 16 2651 und MAV Druck 16 2653 (mehrfach nachgedruckt)) und eines zusammen mit seinem Sohn unter dessen Namen (MAV Druck 16 2649) veröffentlichte. Er folgt dabei Georg Agricola und Valerius Cordus, wenn er sich dafür ausspricht, dass es sich bei Bernstein nicht um ein Baumharz, sondern um einen aus der Erde kommenden Saft handelt. Andreas Aurifaber vertritt 1551 in einem Auftragswerk ( MAV Druck 16 113 ) dieselbe Meinung. Beide sind auch der Ansicht, dass der Bernstein von Gott geschaffen wurde, um Ehrfurcht und Demut beim Menschen hervorzurufen.
Weiterhin verfasste er kleinere diätetische Werke (MAV Druck 16 1852 und MAV Druck 16 2923) und Pestregimina (MAV Druck 16 2922 und MAV Druck 16 2650) sowie, sozusagen als Spezialfall, ein Werk zur Prävention und Bekämpfung von Seuchen in Feldlagern (MAV Druck 16 2654). Hinzu kommen Gelegenheitsgedichte, d.h. Epithalamien (MAV Druck 16 2648 und MAV Druck 16 2655), sowie ein Werk über den Missbrauch der Arznei (MAV Druck 16 2924) und ein Kommentar zu den Aphorismen des Hippokrates (MAV Druck 16 102), der vermutlich auf seine Vorlesungstätigkeit in Königsberg zurückgeht.
Ein geplantes Werk (super Paralijpomena Gesneri) wurde wohl nicht vollendet (vgl. Anselmino 2003, S. 58).
Literatur und weiterführende Links
- Arnoldt 1994, 308 f.
- Anselmino 2003, 46-58
- Erler 1910, 2, Nr. 90
- Jaster 2005, 17-36 (Ärzteviten)
- Koch 2007, 310 f.
- Scholz 1962, 84 f.
- https://www.aerztebriefe.de/pe/00000106
- RAG: https://resource.database.rag-online.org/ngFV9W678EN48ubRzGYu6DrI6GI
- Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Severin_G%C3%B6bel_der_%C3%84ltere
- CIV: https://www.civ-online.org/de/service/datenbank/#/matrikel/59cbe9a4d310d83800005427