Johannes Crato von Krafftheim
Addenda zum Biogramm
geb. anderslt. am 20.11.1519 als Sohn von Christoph Krafft (verst. 1557) und Anna Bidermann; Studium in (Studium: Wittenberg;1534), schreibt dort Luthers Tischreden mit, in dessen Haus er sechs Jahre wohnte, 1536/7 wegen der Pest in Wittenberg zeitweise wieder in Breslau, 1542 M.A. in Wittenberg, danach Medizinstudium in Wittenberg, seit 1544 in (Studium: Leipzig;1544;1546), dort bekannt mit Camerarius I., später über Augsburg gemeinsam mit Paul und Johann Baptist Haintzel zum Studium nach (Studium: Padua;1546;1548), dort Schüler von Gian Battista da Monte erlangt auch Doktortitel in (Doktor: Padua; 1548), danach Praxis in (Praxis Bologna) (?TW), erste Praxis in (Praxis Verona). Anfang 1550 Rückkehr nach (Praxis: Augsburg;1550), dort erste Kontakte zum Kaiserhof (? Gillet, S. 64), im selben Jahr wieder in seiner Heimatstadt als zweiter Stadtarzt in (Stadtarzt: Breslau; 10.2.1550; 1560), am 9.12.1550 verh. mit Maria Scharff von Werth (ihr Vater Johann war aus Donauwörth zugereist und 1537 geadelt worden), Ziehvater für ihre drei Brüder, darunter noch 2 Knaben, mit ihr hatte er 1 Sohn, 2 Töchter (beide Mädchen verstarben früh: MBW, Bd. 7: 447: Trostschreiben Melanchthons vom 20. Juni [1556]).
Seit Spätsommer 1560 auf Empfehlung von Kanzler Sigismund Geldius und Georg Mehl (Gillet, S. 259) kaiserlicher Leibarzt von Breslau aus. Er war, nach eigenen Angaben, erst seit 1563 ständig am Hof der Kaiser (Leibarzt: Ferdinand I. (HRR)) und (Leibarzt: Maximilian II. (HRR)) in (Praxis Wien) (DS 21010) sowie 1577-1581 in (Praxis Prag)) für (Leibarzt: Rudolf II. (HRR)). 1567 wurde er geadelt, 1568 Titel des Pfalzgrafen. 1583 Rückkehr nach Breslau. Er wirkte die letzten beiden Jahre seines Lebens als Pestarzt in Breslau.
Trotz Freundschaft mit Philipp Melanchthon und Peucer stand Cratos Abendsmahlverständnis den Reformierten näher; Gillet (S. 257) vermutet, er habe deshalb Breslau verlassen wollen: Sein Gehalt wurde ihm zuvor gekürt.
Crato gab 1565 in Basel die Consultationes medicae von Gian Battista da Monte heraus (http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10149571-4 ; dies ist wohl auch im Vorgriff auf seine eigenen derartigen Publl. zu sehen).
Literatur und weiterführende Links
- Böhmer/Kabus 1981, 26, 43
- CIV: https://www.civ-online.org/de/service/datenbank/#/matrikel/59cbe9a4d310d83800008f49 und / oder https://www.civ-online.org/de/service/datenbank/#/matrikel/59cbe9a4d310d83800009253
- RAG: https://resource.database.rag-online.org/ngSI3p173Rq9ehoOmR3hb
- NDB Bd. 3, S. 402 f.
- ADB Bd. 4, S. 567-569 (http://de.wikisource.org/wiki/ADB:Crato_von_Crafftheim,_Johannes)
- Altpr. Bio. I, 118
- Jessen I, 107
- Jöcher I, 2178f.
- Real-Enz. III, 375
- Adam 1620, 261-277
- Baecker 1921
- Bröer 2006, bes. Teil 1: 52-69, Teil 2: 1-11, 206-213, 366-372, (mit weiterer Literatur: S. 143, Anm. 8)
- Denecke 1992, 58, 144
- Finckenstein 1868, 186
- Fossel 1909, 24-45
- Gillet 1860
- Graetzer 1889, 5-19
- Gunnoe 2009
- Jantsch 1972
- Jessen/Voigt 1996, #
- Kaiser/Völker 1980b, 16
- Karcher 1956, 67
- Kestner 1740, 229 f.
- Scheible 2003, 313f.
- Siegel 1931
- Slaby 1958, bes. 132 ff.: Gedicht des Georg Calaminus an Jakob Monau über Cratos Tod