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** S. 97-103: Verteidigung gegen Angriffe in Ludwig Philipp Elichs 1607 erschienenem Werk ''De Daemonomagia'' (https://gateway-bayern.de/BV008030129). Heftige Kritik an Werk und Person. | ** S. 97-103: Verteidigung gegen Angriffe in Ludwig Philipp Elichs 1607 erschienenem Werk ''De Daemonomagia'' (https://gateway-bayern.de/BV008030129). Heftige Kritik an Werk und Person. | ||
* ''De Melancholia et huius amolitione''. Zwei Disputationen über Melancholie. Respondenten: Peter Schmilauer ''De Melancholiae natura, causis, differentiis et signis'') und Johannes Joachim Anomoeus (''De melancholiae indicationibus, prognosticis et curatione''). Datum: 19.10.1608. | * ''De Melancholia et huius amolitione''. Zwei Disputationen über Melancholie. Respondenten: Peter Schmilauer ''De Melancholiae natura, causis, differentiis et signis'') und Johannes Joachim Anomoeus (''De melancholiae indicationibus, prognosticis et curatione''). Datum: 19.10.1608. | ||
* ''De Melancholicorum vaticiniis aliisque mirandis operibus''. | * ''De Melancholicorum vaticiniis aliisque mirandis operibus''. Rede / Disputation von Peter Schmilauer. Eingeleitet wird sie durch den Jungen Caspar Magnus Hettenbach (den Sohn von [[Ernst Hettenbach]]), der die Fragestellung vorträgt, nämlich ob Melancholiker in die Zukunft sehen und andere erstaunliche Fähigkeiten entwickeln können (wie vorher unbekannte Sprachen zu sprechen). Schmilauer führt diese Phänomene teilweise auf Aberglauben oder erklärbare Ursachen zurück (z.B. können ungelehrte Personen lateinische Vokabeln aufgeschnappt haben und dann den Eindruck erwecken, sie beherrschten diese Sprache). Zudem gesteht er Melancholikern eine gewisse natürliche Begabung zu, wenn es um systematische Vorhersagen aufgrund von Beobachtungen geht oder um auf Vermutungen basierende Aussagen zur Zukunft. Weissagungen, die in einem temporären (d.h. heilbaren) Wahnsinn getroffen wurden (''divinatio delirantium''), erklärt er hingegen durch die Auswirkungen der ''(materia) peccans'' der schwarzen Galle auf den Körper, die von ''Cacodaemones'' zusätzlich verstärkt werden. | ||
* ''De Noctisurgio'' | * ''De Noctisurgio'' | ||
Version vom 8. März 2023, 14:34 Uhr
| Zitationsvorschlag | MAV Druck 17 2514 (08.03.2023), in: Medicinae Alumni Vitebergenses (MAV), https://mav.kallimachos.de/MAV_Druck_17_2514 |
|---|---|
| VD16- / VD17-Nummer | VD17 23:243463W |
| Katalogeintrag | https://kxp.k10plus.de/DB=1.28/CMD?ACT=SRCHA&IKT=8079&TRM=%2723:243463W%27 |
| Jahr | 1613 |
| Sprache | Latein |
| Titel | Dissertationes Physicae-Medicae |
| Verantwortlichkeitsangabe (VD17) | publice propositae ... a Tobia Tandlero ... |
| Digitalisate | https://www.digitale-sammlungen.de/en/view/bsb11106869?page=,1 |
| Drucker | Zacharias Schürer; Wolfgang Meissner |
| Druckort | Wittenberg
|
| Schlagworte | Disputationssammlung; Divination; Dämonen; Geister; Imaginatio; Magie; Melancholie; Seelenlehre; Spectrum; Widmungsbrief; Phasma |
| Parteinahme gegen folgende Person(en) | Ludwig Philipp Elich |
| In Paratexten und Überschriften erwähnte Personen / Körperschaften / Gruppen | Caspar Magnus Hettenbach |
Enthaltene Disputationen und Promotionsreden
| Typ | Datum Beginn | Datum Ende | Ort | Titel | Schlagworte | Präses / Professor | Respondent / Graduierter | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Übungsdisputation | 1590 | 1590 | Universität Helmstedt | De magicis actionibus ἐξέτασις succincta sententiae Iohannis Bodini iureconsulti Galli opposita | Magie | Martin Biermann | Johann Petkum | |
| Pro gradu | 1608/10/19 | 1608/10/19 | Universität Wittenberg | De Melancholia eiusque speciebus ἀγωνίσμα | Melancholie | Tobias Tandler | Peter Schmilauer | |
| Pro gradu | 1608/10/19 | 1608/10/19 | Universität Wittenberg | De melancholiae indicationibus, prognosticis et curatione | Melancholie | Tobias Tandler | Johannes Joachim Anomoeus | |
| Übungsdisputation | 1602/03/05 | 1602/03/05 | Universität Wittenberg | De Noctisurgio | Schlafwandeln | Tobias Tandler | Gregor Horst |
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TODO
- Alle Personen!
- De Fascino et incantatione scheint eine Art Antrittsvorlesung gewesen zu sein
- Vgl. auch: MAV Druck 17 2525, MAV Druck 17 3752, MAV Druck 17 10, MAV Druck 17 1710
- Mehrfach Scaliger erwähnt; Gegen Philipp Ludwig Elich: De Daemonomagia
- Zur Melancholia Guainerius (mehrfach erwähnt)
- S.165 Zur Beseelung des Embryos mit Bezug auf Anton Guainer!
Inhalt / Aufbau
Widmungsbrief von Tobias Tandler. Gerichtet an Johann Plateis und Johann Ernst Plateis:
- Tandler verneint die antike These, dass Liebe / Zuneigung allein aus dem Anblick ensteht. Er spricht sich für weitere Faktoren aus, die die gleiche Funktion übernehmen können, nämlich Verwandtschaft, Bildung und herausragende Leistungen, und erläutert sie an Beispielen.
- Mit den Widmungsempfängern ist er nun verwandtschaftlich verbunden aufgrund seiner Ehe mit Sibylle Strauch, der Witwe des Hieronymus Nymann. Er schätzt daher die Empfänger sehr, obwohl er sie noch nie gesehen hat. Lob der Bildung und Leistungen der Empfänger.
- Er widmet ihnen die zum ersten mal gedruckte Disputation De spectris zusammen mit einigen schon vorher gedruckten Disputationen, die er aufgrund ihrer Beliebtheit und ihres Bezugs zum Thema angehängt hat.
Disputationen (Präses: Tobias Tandler)
- Index der enthaltenen Quaestiones.
- De spectris, quae vigilantibus occurrunt. Respondent: Peter Schmilauer. Datum: 13.12.1608. Inhalt: Disputation über Spektra (= Illusionen, Einbildungen, Sinnestäuschungen und Geistererscheinungen), denen wache Menschen unterliegen. Es werden aufgrund verschiedener Ursachen drei Arten unterschieden:
- Täuschungen, die von Betrügern ausgeführt werden.
- Krankheitsbedingte Sinnestäuschungen, die auf eine Schädigung von Organen zurückgehen (depravatio organorum / vitium organi).
- Scheinbare Geisterscheinungen und Metamorphosen des eigenen Körpers. Ursache sind jeweils Dämonen. Weitere besprochene Phänomene sind Lykanthropie und Schreckbilder, die man vor seinem Tod sieht.
- Täuschungen, die von Betrügern ausgeführt werden.
- S. 40. De Fascino et incantatione, Widmungsempfänger: Heinrich Abraham von Einsiedel und Ludwig Person. Datum: 24.10.1605.
- Widmungsbrief an Heinrich Abraham von Einsiedel und Ludwig Person. Inhalt: Reflexionen über die menschliche Erkenntnisfähigkeit. Ratio und experientia sind Vorraussetzungen dafür, dass man keinen Irrtümern erliegt. Tandler hat diese Disputation verfasst, weil das Volk einen unzweifelhaften Glauben an fascina (Verhexungen), incantationes (Zauberformeln), sagae (Hexen) und lamiae hegt. Er hat diese Materie mittels seiner ratio einer genauen Prüfung unterzogen und, um der Wahrheit willen, am Anfang seiner Professur öffentlich dargestellt. Nun lässt er die Disputation auch drucken. Eigentliche Widmung.
- Die Disputation untersucht die Ursachen und die Wirkmacht (potestas / facultas) von fascina und incantationes. Tandler sieht die Ursachen einerseits im Menschen selbst, d.h. in Krankheiten (d.h. einer corrupta natura), insbesondere der Melancholie, und einer Neugier (curiositas), die Dinge zu verstehen sucht, die mit dem Verstand (ratio) nicht erfasst werden können. Andererseits liegen die Ursache außerhalb des Menschen, in Form von Dämonen, die den Menschen täuschen und beeinflussen. Tandler spricht den fascina und incantationes tatsächliche Wirkmacht ab. Es sind reine Einbildungen / Selbsttäuschungen, die auf Krankheiten (und Neugier), Einnahme von Drogen oder dämonische Täuschungen zurückzuführen sind. Wirkliche Macht über die Natur hat nur Gott, kein Dämon und keine Hexe. Tandler bespricht dabei viele verschiedene Phänomene, wie angebliche Fälle von Teleportation, Metamorphosen, Liebestränke usw.
- S. 97-103: Verteidigung gegen Angriffe in Ludwig Philipp Elichs 1607 erschienenem Werk De Daemonomagia (https://gateway-bayern.de/BV008030129). Heftige Kritik an Werk und Person.
- De Melancholia et huius amolitione. Zwei Disputationen über Melancholie. Respondenten: Peter Schmilauer De Melancholiae natura, causis, differentiis et signis) und Johannes Joachim Anomoeus (De melancholiae indicationibus, prognosticis et curatione). Datum: 19.10.1608.
- De Melancholicorum vaticiniis aliisque mirandis operibus. Rede / Disputation von Peter Schmilauer. Eingeleitet wird sie durch den Jungen Caspar Magnus Hettenbach (den Sohn von Ernst Hettenbach), der die Fragestellung vorträgt, nämlich ob Melancholiker in die Zukunft sehen und andere erstaunliche Fähigkeiten entwickeln können (wie vorher unbekannte Sprachen zu sprechen). Schmilauer führt diese Phänomene teilweise auf Aberglauben oder erklärbare Ursachen zurück (z.B. können ungelehrte Personen lateinische Vokabeln aufgeschnappt haben und dann den Eindruck erwecken, sie beherrschten diese Sprache). Zudem gesteht er Melancholikern eine gewisse natürliche Begabung zu, wenn es um systematische Vorhersagen aufgrund von Beobachtungen geht oder um auf Vermutungen basierende Aussagen zur Zukunft. Weissagungen, die in einem temporären (d.h. heilbaren) Wahnsinn getroffen wurden (divinatio delirantium), erklärt er hingegen durch die Auswirkungen der (materia) peccans der schwarzen Galle auf den Körper, die von Cacodaemones zusätzlich verstärkt werden.
- De Noctisurgio
Weitere Werke
- Hieronymus Nymann: De imaginatione oratio
- Martin Biermann: De magicis actionibus ἐξέτασις