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** S. 40. ''De Fascino et incantatione'', Widmungsempfänger: Heinrich Abraham von Einsiedel und Ludwig Person. Datum: 24.10.1605. | ** S. 40. ''De Fascino et incantatione'', Widmungsempfänger: Heinrich Abraham von Einsiedel und Ludwig Person. Datum: 24.10.1605. | ||
*** Widmungsbrief an Heinrich Abraham von Einsiedel und Ludwig Person. Inhalt: Reflexionen über die menschliche Erkenntnisfähigkeit. ''Ratio'' und ''experientia'' sind Vorraussetzungen dafür, dass man keinen Irrtümern erliegt. Tandler hat diese Disputation verfasst, weil das Volk einen unzweifelhaften Glauben an ''fascina'' (Verhexungen), ''incantationes'' (Zauberformeln), ''sagae'' (Hexen) und ''lamiae'' hegt. Er hat diese Materie mittels seiner ''ratio'' einer genauen Prüfung unterzogen und, um der Wahrheit willen, am Anfang seiner Professur öffentlich dargestellt. Nun lässt er die Disputation auch drucken. Eigentliche Widmung. | *** Widmungsbrief an Heinrich Abraham von Einsiedel und Ludwig Person. Inhalt: Reflexionen über die menschliche Erkenntnisfähigkeit. ''Ratio'' und ''experientia'' sind Vorraussetzungen dafür, dass man keinen Irrtümern erliegt. Tandler hat diese Disputation verfasst, weil das Volk einen unzweifelhaften Glauben an ''fascina'' (Verhexungen), ''incantationes'' (Zauberformeln), ''sagae'' (Hexen) und ''lamiae'' hegt. Er hat diese Materie mittels seiner ''ratio'' einer genauen Prüfung unterzogen und, um der Wahrheit willen, am Anfang seiner Professur öffentlich dargestellt. Nun lässt er die Disputation auch drucken. Eigentliche Widmung. | ||
*** Die Disputation untersucht die '''Ursachen''' und die '''Wirkmacht''' (''potestas'' / ''facultas'') von ''fascina'' und ''incantationes''. Tandler sieht die '''Ursachen''' einerseits im Menschen selbst, d.h. in Krankheiten (d.h. einer ''corrupta natura''), insbesondere der Melancholie, und einer Neugier (''curiositas''), die Dinge zu verstehen sucht, die mit dem Verstand (''ratio'') nicht erfasst werden können. Andererseits liegen die Ursache außerhalb des Menschen, in Form von Dämonen, die den Menschen täuschen und beeinflussen. Tandler spricht den ''fascina'' und ''incantationes'' | *** Die Disputation untersucht die '''Ursachen''' und die '''Wirkmacht''' (''potestas'' / ''facultas'') von ''fascina'' und ''incantationes''. Tandler sieht die '''Ursachen''' einerseits im Menschen selbst, d.h. in Krankheiten (d.h. einer ''corrupta natura''), insbesondere der Melancholie, und einer Neugier (''curiositas''), die Dinge zu verstehen sucht, die mit dem Verstand (''ratio'') nicht erfasst werden können. Andererseits liegen die Ursache außerhalb des Menschen, in Form von Dämonen, die den Menschen täuschen und beeinflussen. Tandler spricht den ''fascina'' und ''incantationes'' tatsächliche '''Wirkmacht''' ab. Es sind reine Einbildungen / Selbsttäuschungen, die auf Krankheiten (und Neugier), Einnahme von Drogen oder dämonische Täuschungen zurückzuführen sind. Wirkliche Macht hat nur Gott, kein Dämon und keine Hexe. | ||
** ''De Melancholia et huius amolitione'' | ** ''De Melancholia et huius amolitione'' | ||
** ''De Melancholicorum vaticiniis aliisque mirandis operibus'' | ** ''De Melancholicorum vaticiniis aliisque mirandis operibus'' | ||
Version vom 28. Februar 2023, 20:56 Uhr
| Zitationsvorschlag | MAV Druck 17 2514 (28.02.2023), in: Medicinae Alumni Vitebergenses (MAV), https://mav.kallimachos.de/MAV_Druck_17_2514 |
|---|---|
| VD16- / VD17-Nummer | VD17 23:243463W |
| Katalogeintrag | https://kxp.k10plus.de/DB=1.28/CMD?ACT=SRCHA&IKT=8079&TRM=%2723:243463W%27 |
| Jahr | 1613 |
| Sprache | Latein |
| Titel | Dissertationes Physicae-Medicae |
| Verantwortlichkeitsangabe (VD17) | publice propositae ... a Tobia Tandlero ... |
| Digitalisate | https://www.digitale-sammlungen.de/en/view/bsb11106869?page=,1 |
| Drucker | Zacharias Schürer; Wolfgang Meissner |
| Druckort | Wittenberg
|
| Schlagworte | Disputationssammlung; Divination; Imaginatio; Magie; Melancholie; Seelenlehre; Spectrum; Widmungsbrief; Phasma; Dämonen; Geister
|
Enthaltene Disputationen und Promotionsreden
| Typ | Datum Beginn | Datum Ende | Ort | Titel | Schlagworte | Präses / Professor | Respondent / Graduierter | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Übungsdisputation | 1590 | 1590 | Universität Helmstedt | De magicis actionibus ἐξέτασις succincta sententiae Iohannis Bodini iureconsulti Galli opposita | Magie | Martin Biermann | Johann Petkum | |
| Pro gradu | 1608/10/19 | 1608/10/19 | Universität Wittenberg | De Melancholia eiusque speciebus ἀγωνίσμα | Melancholie | Tobias Tandler | Peter Schmilauer | |
| Pro gradu | 1608/10/19 | 1608/10/19 | Universität Wittenberg | De melancholiae indicationibus, prognosticis et curatione | Melancholie | Tobias Tandler | Johannes Joachim Anomoeus | |
| Übungsdisputation | 1602/03/05 | 1602/03/05 | Universität Wittenberg | De Noctisurgio | Schlafwandeln | Tobias Tandler | Gregor Horst |
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TODO
- Alle Personen!
- De Fascino et incantatione scheint eine Art Antrittsvorlesung gewesen zu sein
- Vgl. auch: MAV Druck 17 2525, MAV Druck 17 3752, MAV Druck 17 10, MAV Druck 17 1710
Inhalt / Aufbau
- Widmungsbrief von Tobias Tandler. Gerichtet an Johann Plateis und Johann Ernst Plateis:
- Tandler verneint die antike These, dass Liebe / Zuneigung allein aus dem Anblick ensteht. Er spricht sich für weitere Faktoren aus, die die gleiche Funktion übernehmen können, nämlich Verwandtschaft, Bildung und herausragende Leistungen, und erläutert sie an Beispielen.
- Mit den Widmungsempfängern ist er nun verwandtschaftlich verbunden aufgrund seiner Ehe mit Sibylle Strauch, der Witwe des Hieronymus Nymann. Er schätzt daher die Empfänger sehr, obwohl er sie noch nie gesehen hat. Lob der Bildung und Leistungen der Empfänger.
- Er widmet ihnen die zum ersten mal gedruckte Disputation De spectris zusammen mit einigen schon vorher gedruckten Disputationen, die er aufgrund ihrer Beliebtheit und ihres Bezugs zum Thema angehängt hat.
- Index der enthaltenen Quaestiones.
- Disputationen (Präses: Tobias Tandler):
- De spectris, quae vigilantibus occurrunt. Respondent: Peter Schmilauer. Datum: 13.12.1608. Inhalt: Disputation über Spektra (= Illusionen, Einbildungen, Sinnestäuschungen und Geistererscheinungen), denen wache Menschen unterliegen. Es werden aufgrund verschiedener Ursachen drei Arten unterschieden:
- Täuschungen, die von Betrügern ausgeführt werden.
- Krankheitsbedingte Sinnestäuschungen, die auf eine Schädigung von Organen zurückgehen (depravatio organorum / vitium organi).
- Scheinbare Geisterscheinungen und Metamorphosen des eigenen Körpers. Ursache sind jeweils Dämonen. Weitere besprochene Phänomene sind Lykanthropie und Schreckbilder, die man vor seinem Tod sieht.
- S. 40. De Fascino et incantatione, Widmungsempfänger: Heinrich Abraham von Einsiedel und Ludwig Person. Datum: 24.10.1605.
- Widmungsbrief an Heinrich Abraham von Einsiedel und Ludwig Person. Inhalt: Reflexionen über die menschliche Erkenntnisfähigkeit. Ratio und experientia sind Vorraussetzungen dafür, dass man keinen Irrtümern erliegt. Tandler hat diese Disputation verfasst, weil das Volk einen unzweifelhaften Glauben an fascina (Verhexungen), incantationes (Zauberformeln), sagae (Hexen) und lamiae hegt. Er hat diese Materie mittels seiner ratio einer genauen Prüfung unterzogen und, um der Wahrheit willen, am Anfang seiner Professur öffentlich dargestellt. Nun lässt er die Disputation auch drucken. Eigentliche Widmung.
- Die Disputation untersucht die Ursachen und die Wirkmacht (potestas / facultas) von fascina und incantationes. Tandler sieht die Ursachen einerseits im Menschen selbst, d.h. in Krankheiten (d.h. einer corrupta natura), insbesondere der Melancholie, und einer Neugier (curiositas), die Dinge zu verstehen sucht, die mit dem Verstand (ratio) nicht erfasst werden können. Andererseits liegen die Ursache außerhalb des Menschen, in Form von Dämonen, die den Menschen täuschen und beeinflussen. Tandler spricht den fascina und incantationes tatsächliche Wirkmacht ab. Es sind reine Einbildungen / Selbsttäuschungen, die auf Krankheiten (und Neugier), Einnahme von Drogen oder dämonische Täuschungen zurückzuführen sind. Wirkliche Macht hat nur Gott, kein Dämon und keine Hexe.
- De Melancholia et huius amolitione
- De Melancholicorum vaticiniis aliisque mirandis operibus
- De Noctisurgio
- De spectris, quae vigilantibus occurrunt. Respondent: Peter Schmilauer. Datum: 13.12.1608. Inhalt: Disputation über Spektra (= Illusionen, Einbildungen, Sinnestäuschungen und Geistererscheinungen), denen wache Menschen unterliegen. Es werden aufgrund verschiedener Ursachen drei Arten unterschieden:
- Weitere Werke:
- Hieronymus Nymann: De imaginatione oratio
- Martin Biermann: De magicis actionibus ἐξέτασις