Johannes Jesenius: Unterschied zwischen den Versionen
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* Die Hochzeit mit Marie T d. kaiserl. Kammerregistrators Adam (Thiel gen.) Fels u. d. Martha Renisch; kinderlos fand am 24.01.1595 statt. | * Die Hochzeit mit Marie T d. kaiserl. Kammerregistrators Adam (Thiel gen.) Fels u. d. Martha Renisch; kinderlos fand am 24.01.1595 statt. | ||
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* , dann in Leipzig und schließlich 1588 in Padua, wo er 1591 promoviert wurde. | |||
1593 war Jessenius kurze Zeit als Arzt in seiner Geburtsstadt Breslau tätig, dann wurde er zum Leibarzt des sächsischen Kurfürsten Christian II. berufen, und im folgenden Jahr erhielt er die Professur für Chirurgie und darauf die für Anatomie an der Universität Wittenberg. 1600 ging Jessenius nach Prag, wo er die erste öffentliche Autopsie in den böhmischen Ländern durchführte und damit großes Aufsehen erregte. Er war Gelehrter und medizinischer Berater am Hof Kaiser Rudolfs II. und später auch Leibarzt des kränkelnden Monarchen. 1601 hielt er die Leichenrede für den unter nicht völlig geklärten Umständen vorzeitig verstorbenen Hofmathematiker des Kaisers, Tycho Brahe. Im Juli 1609 schrieb sich Jessenius während eines Aufenthaltes in Rostock in die Matrikel der Universität ein.[1] Zu jener Zeit war er Leibarzt des ungarischen Königs Matthias II. Aus seiner hervorragenden Position heraus knüpfte Jessenius vielfältige Kontakte zu bedeutenden Vertretern des böhmischen Herrenstands, so zum Beispiel zu Karl d. Ä. von Žerotín. 1617 wurde er zum Rektor der Karls-Universität Prag gewählt. Er setzte sich dafür ein, dass die seit der Hussitischen Revolution nur ein Schattendasein fristende Akademie wieder zu einer vollständigen Universität ausgebaut würde. 1619 wandte sich Jessenius wegen der Erneuerung der Karls-Universität mit einer Denkschrift an den in Prag versammelten Generallandtag der böhmischen Länder. Im selben Jahr trat er auch in die Dienste des neu gewählten böhmischen Königs Friedrich von der Pfalz. | |||
Version vom 17. Februar 2023, 15:08 Uhr
Addenda zum Biogramm
Literatur und weiterführende Links (Auswahl)
- ADB 13 (1881), 785-786
- CIV: https://www.civ-online.org/de/service/datenbank/#/matrikel/59cbe9a4d310d8380000394a?offset=103
- Kaiser und Höfe: https://kaiserhof.geschichte.lmu.de/31629 (17.02.2023)
- Koch 2007, 292
- Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen: https://kulturstiftung.org/biographien/18845-2 (17.02.2023)
- Mathematics Genealogy Project: https://www.mathgenealogy.org/id.php?id=127278 (17.02.2023)
- NDB 10 (1974), 425 f.
- Sächsische Biographie: https://saebi.isgv.de/person/snr/2320 (17.02.2023)
- Schindler 1706, 140
- https://zivotopisyonline.cz/jan-jesensky-27121566-2161621-lekar-dvou-cisaru/
Todo
- Die Hochzeit mit Marie T d. kaiserl. Kammerregistrators Adam (Thiel gen.) Fels u. d. Martha Renisch; kinderlos fand am 24.01.1595 statt.
Wikipedia:
- , dann in Leipzig und schließlich 1588 in Padua, wo er 1591 promoviert wurde.
1593 war Jessenius kurze Zeit als Arzt in seiner Geburtsstadt Breslau tätig, dann wurde er zum Leibarzt des sächsischen Kurfürsten Christian II. berufen, und im folgenden Jahr erhielt er die Professur für Chirurgie und darauf die für Anatomie an der Universität Wittenberg. 1600 ging Jessenius nach Prag, wo er die erste öffentliche Autopsie in den böhmischen Ländern durchführte und damit großes Aufsehen erregte. Er war Gelehrter und medizinischer Berater am Hof Kaiser Rudolfs II. und später auch Leibarzt des kränkelnden Monarchen. 1601 hielt er die Leichenrede für den unter nicht völlig geklärten Umständen vorzeitig verstorbenen Hofmathematiker des Kaisers, Tycho Brahe. Im Juli 1609 schrieb sich Jessenius während eines Aufenthaltes in Rostock in die Matrikel der Universität ein.[1] Zu jener Zeit war er Leibarzt des ungarischen Königs Matthias II. Aus seiner hervorragenden Position heraus knüpfte Jessenius vielfältige Kontakte zu bedeutenden Vertretern des böhmischen Herrenstands, so zum Beispiel zu Karl d. Ä. von Žerotín. 1617 wurde er zum Rektor der Karls-Universität Prag gewählt. Er setzte sich dafür ein, dass die seit der Hussitischen Revolution nur ein Schattendasein fristende Akademie wieder zu einer vollständigen Universität ausgebaut würde. 1619 wandte sich Jessenius wegen der Erneuerung der Karls-Universität mit einer Denkschrift an den in Prag versammelten Generallandtag der böhmischen Länder. Im selben Jahr trat er auch in die Dienste des neu gewählten böhmischen Königs Friedrich von der Pfalz.
Josef Polišenský: Jan Jesenský-Jessenius. Prag 1965. Maria Bokesová-Úherová: Ján Jessenius. Velký humanistický ucenec a bojovnik (1566–1621). Na 350. výrocie smrti. Bratislava 1971. Josef Polišenský: Jan Jesenský-Jessenius (Studie s ukázkami z díla. S dokumentárními obrazovými přílohami). Praha 1965. Friedel Pick: Joh. Jessenius de magna Jessen. Arzt und Rektor in Wittenberg und Prag, hingerichtet am 21. Juni 1621. Ein Lebensbild aus der Zeit des 30jährigen Krieges. (= Studien zur Geschichte der Medizin. 15). Leipzig 1926. Friedel Pick: Denkschrift des Rektors Johannes Jessenius von Groß-Jessen an den Generallandtag von 1619 über Erneuerung der Prager Universität. Prag 1920. (Enthält den Originaltext von: „De restaurando antiquissima Pragensi academia…“). Johann Henrich Reitz: Historie der Wiedergebornen, Teil 5, Zweyte Historie/Von Johanne Jessenio, berühmtem Doctor Medicinae, und von Georg Balthasar/einem einfältigen Baursmann in Böhmen. 1726 (books.google.de). László Ruttkay: Jeszensky (Jessenius) János és kora1566-1621. Semmelweis Orvostörténeti Múzeum és Könyvtár, Budapest 1971. L’udo Zúbek: Doktor Jesenius, Móra Ferenc Könyvkiadó. Budapest 1966. L’udo Zúbek: Doktor Jesenius, Szlovákiai Szépirodalmi Könyvkiadó-Móra Ferenc Könyvkiadó. Bratislava(Pozsony)-Budapest, 1958. Jeßinski oder Iessenius, Ioann. In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Band 14, Leipzig 1735, Sp. 463.
NDB:
- Gymnasium in Breslau
- Medizin (Promotion zum Dr. med. 1591 durch einen Hofpfalzgrafen in Prag).
- 1593 war J. praktischer Arzt in Breslau, 1594 wurde er sächs. Leibarzt von Haus aus und Professor der Anatomie und Chirurgie in Wittenberg (mehrfach Dekan und Rektor).
- Sektion vor (8.-12.6.). 1600
- Leichenrede Tycho Brahe
- 1602 siedelte J. auf Ansuchen Rudolfs II. nach Prag über
- 1609 ging er als Hofarzt zu Kaiser Matthias nach Wien
- Da ihn die Med. Fakultät als Eindringling bekämpfte, kehrte er 1614 nach Prag zurück und nahm seine guten alten Beziehungen zum böhm. Hochadel wieder auf. 1617 wurde er deswegen zum Rektor der in mißlicher Lage befindlichen ev. Carolinischen Universität gewählt – ohne dem Lehrkörper anzugehören und ohne Vorlesungen zu halten als ein Repräsentant der Verbindung von höfischer und bürgerlicher Kultur.
- Drei Wochen nach dem Prager Fenstersturz wurde J. von den ev. böhm. Ständen Ende Juni 1618 nach Preßburg gesandt, um die Wahl des als Protestantenfeind bekannten Erzhzg. Ferdinand zum ungar. König zu hintertreiben und die ev. Stände Ungarns zu gemeinsamem Widerstand zu bewegen. J. hatte keinen Erfolg, er wurde vielmehr verhaftet und erst nach fünf Monaten gegen zwei kath. kaiserl. Beamte ausgetauscht
- 1619 REktor
- Nach dem Sieg der Kaiserlichen am Weißen Berg bei Prag wurde J. am 20.11.1620 als einer der ersten gefangengenommen, vom 21.3.1621 an verhört und zusammen mit 26 hohen böhm. Würdenträgern auf dem Altstädter Ring hingerichtet.
- Werke:
u. a. Zoroaster, Nova, brevis veraque de Universo Philosophia, 1593 (d. Lehre d. F. Patrizi nahestehend); Anatomiae, Pragae,… historia,|1601 (volkstüml. Darst. d. menschl. Körpers, in d. Vorrede Ber. üb. d. Prager Hof- u. Gel.kireise); De vita et morte… Tychonis Brahe, 1601; Pro Vindiciis contra Tyrannos, 1613 (Rede in Padua 1591); Ablegung d. Legation, 1619 (betr. Reise z. ungar. Reichstag 1618); Denkschr. d. Rektors an d. Gen.-landtag v. 1619 üb. Erneuerung d. Prager Univ., hrsg. v. F. Pick, 1920 (Faks., P). - Hrsg.: H. Savonarola, Universae Philosophiae Epitome, 1596; A. Vesal, Examen observationum anatomicarum Fallopii, 1609
ADB:
- 1596 in Wittenberg die Doctorwürde erlangt
Fehlende Werke:
- De anima et corpore universi. Prag 1605 https://books.google.de/books?id=ts0GAAAAcAAJ
- De sanguine vena secta demisso judicium. Daniel Sedesanus [Sedlčanský], Prag 1618. (haben nur den Nachdruck von 1688)
- Neudruck und slowakische Uebersetzung mit dem lateinischen Text: František Šimon u. a.: Ján Jessenius, O krvi. Pavol-Jozef-Šafárik-Universität in Košice (Univerzita P. J. Šafárika v Košiciach), Košice 2007.
- neue Ausgabe mit ausführlichem Kommentar: D. Johannis a Jessen Equ. Hung. de Sanguine, Vena Secta, dimisso Judicium, Notis et Castigationibus ad hodierna et vera Artis medicae principia accomodatum a Jacobo Pancratio Brunone. Nürnberg 1668.
- Oratio parresiastica, qua auxilia a rege et ordinibus Ungariae petuntur, habita Neo-Solii in comitiis. Saragossa 1621.
Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Jan_Jessenius
Arzt in (Praxis Breslau); Gymnasium in Breslau, (Studium: Leipzig) und (Studium: Padua); 1591 Promotion zum Dr. med. (bullatus!) durch einen Hofpfalzgrafen in Prag; dann praktischer Arzt in (Praxis: Breslau; 1593; ), seit 1594 wurde er sächsischer Leibarzt (Leibarzt: Herzog von Sachsen) von Haus aus und Professor der Anatomie und Chirurgie in (Professor: Wittenberg; 1593; 1602). 1600 reiste er nach Prag, um einen Prozeß seines Vaters am Kaiserhof voranzutreiben. In dem zur ev. Carolinischen Universität gehörigen Kollegium Reček nahm er eine Sektion vor (8.-12.6.). Ende Okt. 1601 kam J. wieder nach Prag, traf aber seinen Freund Tycho Brahe, der längere Zeit in Wittenberg in seinem Haus (dem früheren Melanchthonhaus) gewohnt hatte, nicht mehr lebend an; er hielt ihm eine Leichenrede in der Theinkirche. 1602 siedelte J. auf Ansuchen Rudolfs II. nach (Praxis: Prag;1602;1609) über. Er übte eine große ärztliche Praxis aus, auch am Königshof und beim Adel, führte noch mehrmals Sektionen durch und veröffentlichte wissenschaftliche Abhandlungen, u. a. über die Pest und den Aderlaß. 1609 ging er als Hofarzt zu Kaiser Matthias (HRR) nach (Hofarzt: HRR|Wien; 1609; 1614). Da ihn die Med. Fakultät als Eindringling bekämpfte, kehrte er 1614 nach (Praxis: Prag; 1614; ) zurück und nahm seine guten alten Beziehungen zum böhm. Hochadel wieder auf. 1617 wurde er deswegen zum Rektor der in mißlicher Lage befindlichen ev. Carolinischen Universität gewählt – ohne dem Lehrkörper anzugehören und ohne Vorlesungen zu halten. Nach dem Sieg der Kaiserlichen am Weißen Berg bei Prag wurde J. am 20.11.1620 als einer der ersten gefangengenommen, vom 21.3.1621 an verhört und zusammen mit 26 hohen böhm. Würdenträgern auf dem Altstädter Ring hingerichtet.
LT. KOch 2007, 323 hat er folgende Disputationen präsidiert, an denen Basilius Plinius dabei war:
- 21.8.1596: De morbo, quem humores in corpore geniti tota substantia
- 19.3.1597: De morbi gallici investigatione disp. VII