MAV Druck 17 392
| Zitationsvorschlag | MAV Druck 17 392 (29.11.2023), in: Medicinae Alumni Vitebergenses (MAV), https://mav.kallimachos.de/MAV_Druck_17_392 |
|---|---|
| VD16- / VD17-Nummer | VD17 39:145264Z |
| Katalogeintrag | https://kxp.k10plus.de/DB=1.28/CMD?ACT=SRCHA&IKT=8079&TRM=%2739:145264Z%27 |
| Jahr | 1632 |
| Sprache | Latein |
| Titel | Practicae Medicinae Liber 4 (De Mulierum & Infantium Morbis)
|
| Digitalisate | http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10367314-0, http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10367319-1, http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10367324-5 |
| Drucker | Ambrosius Rothe; Zacharias Schürer Erben |
| Druckort | Wittenberg |
| Verfasser | Daniel Sennert
|
| Widmungsempfänger | Maria Eleonora von Brandenburg |
| Schlagworte | Daniel Sennerts Practicae Medicinae libri; Gynäkologie; Lehrbuch; Pädiatrie; Widmungsbrief
|
| In Paratexten und Überschriften erwähnte Personen / Körperschaften / Gruppen | Julius Caesar Scaliger |
Weitere Auflagen und Nachdrucke
Zum Inhalt des Widmungsbriefes
Sennert weist die Ansichten bestimmter Männer zurück, die Aristoteles folgend Behauptungen aufstellten, wie dass die Frau ein deformierter Mann sei (Vgl. De generatione animalium 2, 3 (737a 28 f.)) oder der erste Fehler der Natur (sc. bei der Zeugung) (Vgl. De generatione animalium 4, 3 (767 b 9)). Aber Aristoteles habe nichts von der (christliche) Schöpfung gewusst. Die Natur, die Julius Caesar Scaliger als ordinaria Dei potestas (Exotericae Exercitationes 188[1] und 359, Sect. 11[2]) bezeichne, tue alles auf Befehl des Schöpfers und durch seine Macht. Gott habe Mann und Frau geschaffen, damit durch sie das menschliche Geschlecht bewahrt und vermehrt werde und einst das ewige Leben im Himmel erhalte. Was für eine Natur wäre das, die darauf abziele, sich selbst zu zerstören und ihrem Zweck zuwider handle? Das menschliche Geschlecht würde ja untergehen, wenn nur Männer geboren würden. Und wenn es gegen die Absicht der Natur und nur ein Fehler wäre, dass eine Frau gezeugt werde, dann würden nicht so viele Frauen wie Männer geboren, da die Natur niemals so viele Fehler mache wie sie perfekte Dinge erzeuge.
Dass es sogar mehr Frauen als Männer gebe, liege nicht nur an Kriegen, Reisen und anderen Gefahren, denen Männer ausgesetzt sind, sondern daran, dass es von Natur aus gut und notwendig sei. Man habe nachgewisen, dass in großen und bevölkerungsreichen (Stadt-)staaten wie Nürnberg nicht nur mehr Frauen lebten, sondern sogar etwas mehr Frauen geboren werden als Männer.
Zudem seien Frauen geistig und körperlich vollendet, soweit freilich, dass sie zur Zeugung des Menschen geeignet seien. Denn dass einige Frauen in Bezug auf ihr Temperament (hier im medizinischen Sinne gemeint) und die sonstige Konstitution ihres Körpers Männern beinahe gleichkämen, sei beim weiblichen Geschlecht keine Vollendung, sondern ein Makel. Und weil die Frauen bei der Zeugung andere Aufgaben hätten als Männer, müssten sie auch in der Öffentlichkeit andere Aufgaben übernehmen und auf jene Bestimmung hingelenkt werden, die für sie eigentümlich sei. Nur weil sie männliche Aufgaben nicht wahrnähmen, dürfe man Frauen nicht missachten, denn sie hätten andere Aufgaben.
Nun schreibe aber Plato im 5. Buch von De Republica###, dass Männer gemeinsam mit Frauen den Staat verwalten sollten; und Plutarch schreibe anderswo, dass Frauen und Männer an virtus (Tatkraft, Mut, Tüchtigkeit, Tugend) gleichwertig seien. Auch die Amazonen hätten Kriege geführt. An dieser Stelle folgen mehrere Beispiele antiker Herrscherinnen und Dichterinnen. Aber die genannten antiken Frauen, so fährt Sennert fort, hätten sich von den Aufgaben entfernt, die einer Frau zukämen. In diesem Bereich seien sie Männern unterlegen. Überlegen aber seien Frauen in Bezug auf ihre Schönheit, ihre elegante Gestalt, ihr Gesicht und die Anmut ihres ganzen Körpers.
Sennert zitiert an dieser Stelle ein Gedicht Anakreons#####, in dem die Natur jedem Tier eine eigene Aufgabe / einen eigenen Bereich zuweist, den Männern Klugheit und den Frauen die Macht der Schönheit.
Aber nicht nur in Bezug auf ihre Gestalt seien Frauen Männern überlegen und leisteten einen Dienst für die Gemeinschaft, nämlich bei Geburt und Erziehung von Kindern sowie bei der Leitung der Familie. Es folgen lobende Worte auf die Leistungen, die Frauen in diesen Bereichen erbringen.
Es gebe nicht wenige Krankheiten, die frauenspezifisch seien. Diese Tatsache habe antike und zeitgenössische Ärzte dazu bewegt, eigene Bücher über Frauenkrankheiten zu verfassen. Sennert habe diese Ärzte nachgeahmt, weil er
Anmerkungen
- ↑ S. 257 in folgendem PDF: https://books.google.de/books?id=biJXAAAAcAAJ
- ↑ S. 466 in folgendem PDF: https://books.google.de/books?id=biJXAAAAcAAJ
| Name | Rolle | GND |
|---|---|---|
| Daniel Sennert | Verfasser | 117478091 |
| Maria Eleonora von Brandenburg | Widmungsempfänger |