Balthasar Summer: Unterschied zwischen den Versionen
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BRACHMANN, WILHELM: Schlesische Apothekerordnungen, in: Die Vorträge der Jubiläums-Hauptversammlung in Salzburg vom 2. bis 16. September 1951, hrsg. von Kurt Ganzinger, Wien 1952, S. 10-20 ( | BRACHMANN, WILHELM: Schlesische Apothekerordnungen, in: Die Vorträge der Jubiläums-Hauptversammlung in Salzburg vom 2. bis 16. September 1951, hrsg. von Kurt Ganzinger, Wien 1952, S. 10-20 (bisher keine Möglichkeit zur Leihe gefunden) | ||
Zur Geschichte des Medizinwesens im 16. Jahrhundert in Torgau : (mit Bezügen zur Stadtgeschichte und Ausblick ins 17. Jahrhundert) | Zur Geschichte des Medizinwesens im 16. Jahrhundert in Torgau : (mit Bezügen zur Stadtgeschichte und Ausblick ins 17. Jahrhundert) | ||
Lange, Karl-Heinz( Signatur 329/Ii 276 ) (prüfen) | Lange, Karl-Heinz( Signatur 329/Ii 276 ) (prüfen) | ||
Version vom 16. Juli 2024, 12:27 Uhr
Addenda zum Biogramm
- 1529/01/08: Taufe in der Marienkirche. Sein Zweitname Gabriel geht auf den Pastor der Kirche zu Torgau Gabriel Didymus zurück. (lt. Herzog 2023, 30)
- Sein Vater war der Gerbermeister Balthasar Summer der Ältere. Seine Mutter war ein Waisenkind aus dem städtischen Adel namens Margarethe von Dommitzsch. (lt. Koch 2007, 333 und Herzog 2023, 10)
- Sein aus Gräfenthal stammender Großvater Johann Summer (väterlicherseits) war Ratsherr und später Bürgermeister von Gräfenthal. Seine Großmutter (väterlicherseits) war Margaretha Lutzin. (lt. Herzog 2023, 26)
- Summer hatte seit seiner Kindheit aufgrund eines Treppensturzes mit Sprachproblemen zu kämpfen, da ihm für 9 Jahre die zwei forderen Schneidezähne fehlten. Diese wurden später ersetzt. (lt. Koch 2007, 333 und Herzog 2023, 31)
- 1544: Bei der Einweihung einer neuen Kirche in Torgau hörte Summer die Predigt von Martin Luther mit Bewunderung. (lt. Herzog 2023, 35)
- 1547: Summer hielt sich in Leipzig auf, welches im Zuge des Schmalkaldischen Krieges unter Belagerung stand. Dort geriet er zeitweise durch den Artilleriebeschuss auf die Stadt in Lebensgefahr. Summer wollte wegen der äußeren Umstände, die in seiner Heimatstadt herrschten, sein Studium aufgeben und sich vollständig dem Gerberhandwerk zuwenden. Jedoch konnte der Rektor der Lateinschule in Torgau namens Marcus Crodelius auf Summers Mutter einreden, dass sie ihn wieder zur Schule schicken möge. (lt. Herzog 2023, 35 und 37)
- Für die Finanzierung des Studiums, erhielt Summer die Ersparnisse seiner Mutter. (lt. Herzog 2023, 42)
- Summer zahlte keine Immatrikulationsgebühr in Wittenberg, da er den Rektor Jacob Milichius bereits kannte. (lt. CIV und Herzog 2023, 43)
- 1550/07/30: Michael Voigt, der neue Cantor aus Torgau, kam nach Wittenberg. Mit ihm schloss Summer eine gute Freundschaft. (lt. Herzog 2023, 44)
- 1550/09/19: Auf Anraten von Anna Moschwitz wurde Summer in das Haus von ihrem verstorbenen Ehemann Augustin Schurff aufgenommen. Dort lebten zudem noch die Töchter von Schurff. Er sollte dort nicht als Hilfskraft sondern als Freund leben. (lt. Herzog 2023, 45)
- 1550/10/25: Ohne dem Wissen von Summer und seiner Mutter schrieb der Ratsherr Joachim Moschwitz an Jacob Milichius einen Brief. In diesem bat er ihn mit Philipp Melanchthon zu sprechen, dass er für Summer ein Empfehlungsschreiben an den Rat der Stadt Torgau schicken möge. Dies hatte folgenden Hintergrund (lt. Herzog 2023, 45 f.):
Der Bürgermeister der Stadt Torgau Martin Proschwitz sprach im Rathaus mit Summers Mutter: "Ihr ernehret eüern Sohn in Wittenberg auf eigene Kosten, und er verlanget von Uns; ein Stipendium Ihm zu geben, sich desto besser zu unterhalten damit ihr nicht ausgezehret werdet. Schreibet also an ihm, daß er den H<errn> Philippum (Melanch<thon>) angehe, damit er von ihm ein Bittschreiben erhalte, und uns aushändige; wan wir solches Zeügnis erhalten, so wollen wir ihm und Eüch einer elenden Wittwe willfährig seyn." (lt. Herzog 2023, 46)
- Summer besuchte die Collegia von Milichius und dieser sprach mit Melanchton. Daraufhin schickte Milichius Balthasar Summer zu Melanchton. Dieser prüfte ihn und händigte danach das Empfehlungsschreiben aus. (lt. Herzog 2023, 46)
- 1551/04/13: Summer bat Jacob Milichius um eine Empfehlung an Paul Eber (1511-1569). Er schrieb zudem noch selbst einen Brief an denselbigen und übergab ihn persönlich an Eber. Eber Soll daraufhin gesprochen haben (lt. Herzog 2023, 46):
"wie Er dem Millichio wolte gefällig seyn, und umb 1 Uhr, hörete Er des Eberi Lectiones, und diesen grossen und göttlichen Mann, habe er jeder Zeit hochgeachtet." (lt. Herzog 2023, 46 f.)
- 1551/08/21: Summer fing an zusätzlich Mathematik zu studieren und besuchte die Lesung über die Ephimerides bei Johan Garceus. (lt. Herzog 2023, 47)
- 1551/10/04: Nach der Befreiung aus einer Gefangennahme sandte Joachim Moschwitz 4 fl. an Summer. Summer sollte als Stipendiat der Stadt Torgau von nun an 15 fl. jährlich erhalten. (lt. Herzog 2023, 47)
- 1551/12/17: Summer besuchte die letzte Lesung von Johann Marcellus vor seinem Tod. Dieser soll am 1551/12/25 gestorben sein und begraben "bey der Kriche nach dem Parochial Häusern zu". (lt. Herzog 2023, 47)
- 1552/03/15: Summer ließ sich von Johann Etlingern ein Astrolabium anfertigen. Dabei soll er sich auch das Wissen zur Anfertigung eines solchen astronomischen Recheninstrumentes angeeignet haben. (lt. Herzog 2023, 48)
- 1552/05/01: der Rektor der Universität Wittenberg Lorenz Lindemann reiste nach Torgau, um im Elternhaus Summers vor der wütenden Pest in Wittenberg Zuflucht zu suchen. Am 1552/05/11 folgte Summer nach. Am 1552/06/15 zog Summer mit einigen Studenten, die drei Tage zuvor nach Torgau kamen, wieder zurück nach Wittenberg. Wenig später wurde die gesamte Universität bis zum 1552/12/25 wegen der Pest nach Torgau verlegt. (lt. Herzog 2023, 48 und 51)
- 1553/01: Summer blieb in Torgau und wollte sein Studium abrechen und reiste zu dem Geschäft seiner Mutter nach Mühlberg. (lt. Herzog 2023, 51)
- 1553/03/19: Summer reiste mit seinem Schwager Stephan Oswalden nach Thüringen. Dort verblieben sie in Erfurt acht Tage, da Oswalden krank geworden ist. Dort besuchte er eine katholische Messe und hörte einen Mönch predigen. Von Alexio Naboth wurde er in eine Protestantische Kirche geführt, welche nach der Confessio Augustana ausgerichtet war. (lt. Herzog 2023, 52)
- 1553/06/26: Summer war Gast bei der Hochzeit von dem Pastor Martin Gensch aus Oelsnig, welcher seine Hochzeit in Torgau feierte. (lt. Herzog 2023, 52)
- 1553/07/04: Summer betätigte sich als Tagelöhner mit dem Ziel sich vom Studium abzuwenden und "sich auf eine andere Lebensart zu legen". (lt. Herzog 2023, 52)
- 1553/09/05: Der Torgauer Bürgermeister Martin Proschwitz hatte mit Summers Mutter geredet, weil er Summer gesehen hat wie er händische Arbeit verrichtete. Proschwitz hatte die Mutter daraufhin dazu aufgefordert, Summer wieder nach Wittenberg zurückzuschicken, damit dieser sein Studium weiterführen sollte. Zu diesem Zwecke wollte Proschwitz ihm sein Stipendium wieder gewähren und dies beim Stadtrat auch erwirken. Am darauffolgenden Tag bekam Summer auch die Zusicherung für das Stipendium auf dem Rathaus in Torgau. (lt. Herzog 2023, 54)
- 1553/09/25: Summer ging zusammen mit Anton Kentenberg zum Rathaus in Torgau und beide erhielten 7 1/2 fl. Stipendiengeld. (lt. Herzog 2023, 54)
- 1553/10/16: Hochzeit von M. Laurentius Dornhofer und Elisabeth Putzmann in Torgau, bei welcher neben Summer auch Paul Eber (1511-1569) als Gast erschien. Am nächsten Tag reiste Eber zusammen mit Summer wieder nach Wittenberg. Summer begleitete den Eber nur bis nach Welsau. Unter Ermahnung von Eber, dass Summer sein Studium nicht erneut verlassen soll, versprach er schnellstmöglich nach Wittenberg nachzufolgen. (lt. Herzog 2023, 54)
- 1553/10/25: Summer erreichte Wittenberg und brachte Paul Eber (1511-1569) Torgauisch Bier, reiste aber am folgenden Tag wieder nach Torgau und erledigte für seine Mutter in Hertzberg, Schweinitz und Jessen Geschäfte. 14 Tage später zog er wiederum nach Wittenberg und am 1553/10/22 hat er sich seine Geräte bringen lassen. Er wohnte dann mit seinem Bruder und Georg Kirchhoff in einer Stube. (lt. Herzog 2023, 54)
- 1555/01/05: Summers Mutter sandte Balthasar Summer 15 Taler, da sie erfahren hat, dass Paul Eber (1511-1569) Summer dazu geraten hat den Magister zu erwerben. (lt. Herzog 2023, 55)
- Nach Erwerb des Magistergrades beschloss der Rat 1555 Summer weiter zu fördern:
"M. Balthasar Sommer desgleich(en) Jacob Dechsell, welche eines Erbarn Radts Stipendia ein Jeder drei Jar lang, gebraucht hat, Ist auf Ire bit, vnd in ansehung Ires vleisses, einem Jedern ein Jar lang ein stipendium zugebrauchen vortrostung geschehen, vnd nachgelassen." (lt. Koch 2007, 333 und Herzog 2023,11 f.)
- Nach Erwerb des mag. beging er eine Reise durch Polen. (lt. Koch 2007, 333)
- 1557/08/10: res.art. (lt. Koch 2007, 333)
- 1560: Als Botanicus in Wittenberg. (lt. Koch 2007, 333)
- Nach der Promotion zum Dr. med. erhielt Summer ein Geschenk vom Rat:
"Dem Herren Doctor Balthasar Sommer Ist beschlossen vf sein Doctorat zu schenken X thaler, oder ein Becher vor XII thl." (lt. Herzog 2023, 12)
- 1565/09/03: Ehe mit Judith Burchart, die Tochter des Stadtrichters im Rat namens Thomas Burchart. Die Mutter der Braut war die Tochter des kurfürstlichen Baumeisters Konrad Krebs. (lt. Koch 2007, 333 und Herzog 2023, 12)
- Von seinen zehn Kindern verstarben vier im Kleinkindalter. (lt. Herzog 2023, 21)
- Im Zuge seiner Tätigkeit als Leibarzt des Herzogs von Liegnitz und Brieg begleitete er diesen auf einer weiteren Reise durch Polen. (lt. Koch 2007, 333)
- 1574-1602: Neben der stadtärztlichen Tätigkeit war Summer zusätzlich noch Schulinspektor in Torgau. (lt. Koch 2007, 333)
- 1602/07/09: Bestattung. (lt. Herzog 2023, 20)
Fußnoten
Fußnote 1
- Summer erhielt den Titel in Philipp Melanchthons Haus und in der Stube von Caspar Peucer I.. Verliehen wurde ihm der Bacc. art. von ( dem aus Osnabrück stammenden) Andrea Wisling , welcher Dekan war. Diesem gab er 2 thlr. und dem Pedellen 2gl. Die Examinatoren waren der Dekan und zwei Magister. (Lt. Herzog 2023, 48); lt. Koch 2007, 333 am 1552/10/15.
Fußnote 2
- lt. Koch 2007, 333; Angestellt bei dem Herzog von Liegnitz und Brieg. (Vermutlich Georg II. (Brieg)) lt. Herzog 2023, 12 ab 1567 Leibarzt. Enddatum: TAQ (Anfang Tätigkeit in Torgau).