Peter Burckhard: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 8. März 2024, 15:30 Uhr
Anmerkungen zur GND-Nummer
- NICHT GND 1019737735: Lebensdaten: 1487-1539, seit 1624 Arzt in Nürnberg
- NICHT GND 119633310: Konstanz; 1598 Beitr. im VD-16
Addenda zum Biogramm
geb. um 1465; Studium in (Studium: Ingolstadt; ; ); 1484 dort M.A.; Dr. med. in (Doktor: Ingolstadt; 1497), dann Lektor, später Prof. für Medizin an der Universität (Professor: Ingolstadt; 1497; 1504); dann Stadtphysikus in (Stadtarzt: Nürnberg), (Stadtarzt: Ulm) und (Stadtarzt: Regensburg); 1518 immatrikultiert in (Studium: Wittenberg;1518); im selben Jahr Prof. med. in (Professor: Wittenberg; 1518; 1520); 1520 dort Rektor; 1521 Rückkehr nach (Professor: Ingolstadt; 1521; 1526); lt. Friedensburg 1917, 136-138, fraglich: Dieser Peter Burckhardt fertigte u.a. eine "Parva Hippocratis tabula" (1518) an. Teilweise abweichend die Darstellung bei Boehm 1998, 55: kein Prof. med. in Ingolstadt, 1506 Leibarzt des Bischofs von Eichstätt; in Ingolstadt Lehrer von Johannes Agricola (1496-1570) und Leonhard Fuchs
Identität mit dem Stadtarzt in (Stadtarzt: Schwäbisch Hall;1494;1497), belegt für diesen Zeitraum mit einem Gehalt von 40 Gulden, unklar: vgl. Münkle 1992, 13; Maisch 2011, 32.
Ein Petrus Burckhardt, utr. med. dr., wird auch in einem Verzeichnis der "Calender Macher in Franckhen" (Würzburg, UB, M.ch.f.262, f.9v) für das Jahr 1516 genannt.
Die Angaben zu seiner Stadtarzttätigkeit wurden Scheible 1997 entnommen.
TODO: Laut Koch hatte Peter Burckhard bereits den Doktortitel erhalten, als er nach Wittenberg kam.
- Burckhard ist ca. 1465 geboren worden (Boehm, 55).
- Peter Burckhard hatte fünf Töchter und einen Sohn (Götz, 36f.; Scheible 1997, 212f.).
- Der Professor der Medizin Peter Burckhard aus Ingolstadt ist nicht zu verwechseln mit dem gelichnamigen Nürnberger Arzt Peter Burckhard oder dem Konstanzer Peter Burckhard.
- Der Mediziner war Sammler medizinischer Handschriften, z. B. fand er eine Version des lateinischen Oreibasios in Regensburg (Liess, 124; Ziener, 4; Koch 2007).
- Johann Agricola Ammonius und Leonhart Fuchs waren seine bekanntesten Schüler in Ingolstadt (Boehm, 4, 136; Liess, 123).
- Burckhard hatte Kontakt u. a. zu Wilibald Pirckheimer, Lazarus Spengler, Christop Scheurl (Scheible 1997, 212f., 310, 348-350) und zum Nürnberger Drucker Friedrich Peypus (Matthäus, 1015f.).
- Lt. Boehm 55 war Burckhard 1500-1503 Kämmerer der Universität Ingolstadt.
- Nach dem Abgang Burckhards ist sein Gehalt zwischen seinen Nachfolgern Stephan Wild und Augustin Schurff aufgeteilt worden, sodass dannach die Universität, den Statuten Folge leistend, eine theoretische und eine praktische Professur der Medizin vorweisen konnte (Friedensburg 1917, 139).
- In den Jahren 1519 und 1520 ist Burckhard in die Geschicke seiner Zeit verstrickt worden; zum einen nähmlich ist ihm vorgeworfen worden, er habe Johannes Eck, im Umfeld der Leipziger Disputation, vertrauliche Informationen über Martin Luther zukommen lassen - Eck selbst wiedersprach jener Anschuldigung -, zum anderen, als Burckhard Rektor seiner Universität gewesen war, oblag ihm einerseits die Aufgabe, studentische Aufständische im Zuge der reformativen Bewegung zu bestrafen, woraufhin Luther ihn, des nicht starken Durchgreifens wegen, scharf kritisierte sowie, in einem Brief an Georg Spalatin, als „homo insanus" deklarierte, und andererseits war er von Eck aufgefordert worden, die Bannandrohungsbulle Exsurge Domine öffentlichkeitswirksam gegen Luther zu verkünden; ein Gesuch, dem Burckhard nicht nachging. Später, nach seiner Rückkehr nach Ingolstadt, hielt sich Burckhard aus den Streitigkeiten rund um die Reformation in seiner Heimatstadt entschieden zurück (Friedensburg 1917, 136-138; Friedensburg 1926, 101f., 103, 107, 108; Scheible 1997, 348-350; Koch 2007; WA Br).
- Burckhard teilte das Anliegen seiner Wittenberger Kollegen, die Universität nicht nur philologisch, sondern auch hinsichtlich der Methodik zu modernisieren (Friedensburg 1926, 89).
- Peter Burckhard war einer der Wegbereiter der humanistischen Medizin sowohl in Ingolstadt als auch in Wittenberg (Koch 2007; Liess, 123f.; Boehm, 55).
- Franz Burckhard, der Bruder des Mediziners, war Professor der Jurisprudenz beider Rechte in Ingolstadt und, als Konviktionsgenosse seines Kollegen Johannes Ecks, vehementer Gegner der Reformation (Boehm, 55).
- Zwei nicht erhaltene Schriften über Pleuritis, II. DIIIv.-DIVv., und Narben (cicatrices), 222, werden von Ziener, 10, Peter Burckhard zugeschrieben. Da die Arbeit über Pleuritis von seinem Schüler Ammonius herausgegeben worden ist, erscheint die Zuschreibung Zieners hier wahrscheinlich, bei dem Werk über Narben hingegen, weil die zeitliche Distanz zwischen Lebzeit und Vermerk so hoch ist und der Name selbst, Peter Burckhard, nicht selten vorzufinden war, ist die Zuordnung unklar.
- Lt. Koch 2007 ist es wahrscheinlich, dass Burckardt in Ingolstadt auf Paracelsus traf, von welchem jener auf Asthma mit Erstickungsanfällen diagnostiziert worden ist.
- Unter Burckhard promovierten Heinrich Stackmann, Stephan Wild und Augustin Schurff.
Literatur und weiterführende Links
- Koch 2007, 292 und 304
- Boehm 1998, 4, 55, 136, 297 (fehlerhafte/abweichende Vita)
- Friedensburg 1917, 128, 136-139, 210
- Disselhorst 1929, 83
- Münkle 1992, 13
- Scheible 1997, 212f., 310, 348-350
- Scheible 2003, 243
- Maisch 2011, 32
- RAG: https://resource.database.rag-online.org/ngND7U870OF61cjhhNmc0LzE
- Szaivert/Gall 1967, 203
- Pardi 1900, 88f.
- Soden/Knaake 1872, 49f., 57, 84, 95f., 127f.
- Koch 1982
- Ärztebriefe
- Pölnitz 1937, 90
- CIV: https://www.civ-online.org/de/service/datenbank/#/matrikel/59cbe9a4d310d83800009ad1
- Friedensburg 1917
- Friedensburg 1926
- Förstemann 1841
- Hofheinz 2001, 19
- WA Br 1931, Nr. 312
- Ziener 1967
- Liess 1984
- Matthäus 1969
- Götz 1925, 14, 36f. (Epitaph mit Beschreibung des Gedenksteins)
- Ein Petrus Burckhardt, utr. med. dr., wird auch in einem Verzeichnis der "Calender Macher in Franckhen" (Würzburg, UB, M.ch.f.262, f.9v) für das Jahr 1516 genannt.