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== Zum Inhalt == | |||
* Übersetzung und Edition des ''Kynosophions'' (Werk des byzantinischen Gelehrten Phaemon / Demetrios Pepagomenos) über Pflege und medizinische Behandlung von Hunden. | |||
Widmungsbrief an Albrecht von Brandenburg:<br> | * Widmungsbrief an Albrecht von Brandenburg:<br> | ||
* Aurifaber dank Gott dafür, dass er trotz der gefährlichen Zeiten seine Helden den Künsten Zuflucht beten und sie fördern. Gott möge die Fürsten gesund erhalten und beschützen, denen die Religion und die Künste am Herzen liegen. Er möge sie in ihrem Bestreben bestärken, sich weiter um die Universitäten zu kümmern. Die Förderung der Künste ist notwendig, da ihre Beherrschung Fehler und dadurch innerkirchlichen Streit vermeiden hilft. | ** Aurifaber dank Gott dafür, dass er trotz der gefährlichen Zeiten seine Helden den Künsten Zuflucht beten und sie fördern. Gott möge die Fürsten gesund erhalten und beschützen, denen die Religion und die Künste am Herzen liegen. Er möge sie in ihrem Bestreben bestärken, sich weiter um die Universitäten zu kümmern. Die Förderung der Künste ist notwendig, da ihre Beherrschung Fehler und dadurch innerkirchlichen Streit vermeiden hilft. | ||
* Lob Albrechts für die Verbreitung der wahren Religion in Preußen. | ** Lob Albrechts für die Verbreitung der wahren Religion in Preußen. | ||
* Lob Albrechts für die Einrichtung der Universität Königsberg. Er hat Gelehrte von der berühmtesten deutschen Universität Wittenberg an diese Universität berufen und Stipendiaten [wie Aurifaber] dorthin geschickt. | ** Lob Albrechts für die Einrichtung der Universität Königsberg. Er hat Gelehrte von der berühmtesten deutschen Universität Wittenberg an diese Universität berufen und Stipendiaten [wie Aurifaber] dorthin geschickt. | ||
* Lob Albrechts für die Einrichtung der königlichen Bibliothek. | ** Lob Albrechts für die Einrichtung der königlichen Bibliothek. | ||
* Wortreicher Dank für das von Albrecht empfangene Stipendium, mit dem Aurifaber zum Medizinstudium nach Deutschland [Wittenberg] und Italien reisen konnte. | ** Wortreicher Dank für das von Albrecht empfangene Stipendium, mit dem Aurifaber zum Medizinstudium nach Deutschland [Wittenberg] und Italien reisen konnte. | ||
* Widmung und Segenswunsch. | ** Widmung und Segenswunsch. | ||
* Lateinisches Vorwort | |||
** Das Werk wurde lt. Aurifaber vorher nicht gedruckt und ist kaum bekannt | |||
** Zum Erwerb der Schrift: Ein Soldat hatte einen Kodex nach Italien retten können, als Rhodos eingenommen wurde [1523]. Der Danziger Arzt Johannes Tresler konnte eine Abschrift erwerben, die das Kynosophion und Περὶ ἱερακόνων ("Über Raubvögel") enthielt, und schenkte sie Aurifaber unter der Bedingung, dass er sie publiziert. Aurifaber veröffentlicht die Schrift gern, weil sein Pflichtbewusstsein (''religio'') ihn dazu ermutigt und er Albrecht von Preußen die Publikation versprochen hat. | |||
Lateinisches Vorwort | ** Im Kodex fehlte der Name des Autors. Aurifaber ist daher Rupert von Mosheim gefolgt, der das Werk schon zuvor übersetzt [aber wohl nicht gedruckt] hat. Er hat das Werk also, wie Mosheim, dem Philosophen Phaemon zugeschrieben. Spekulationen über das Leben Phaemons. | ||
* Das Werk wurde lt. Aurifaber vorher nicht gedruckt und ist kaum bekannt | ** Es folgen Erläuterungen zum Nutzen des Werks / zu den Gründen für die Edition: | ||
* Zum Erwerb der Schrift: Ein Soldat hatte einen Kodex nach Italien retten können, als Rhodos eingenommen wurde [1523]. Der Danziger Arzt Johannes Tresler konnte eine Abschrift erwerben, die das Kynosophion und Περὶ ἱερακόνων ("Über Raubvögel") enthielt, und schenkte sie Aurifaber unter der Bedingung, dass er sie publiziert. Aurifaber veröffentlicht die Schrift gern, weil sein Pflichtbewusstsein (''religio'') ihn dazu ermutigt und er Albrecht von Preußen die Publikation versprochen hat. | *** Es gibt keine Tierärzte. Von ihnen gab es in der Antike noch sehr viele. | ||
* Im Kodex fehlte der Name des Autors. Aurifaber ist daher Rupert von Mosheim gefolgt, der das Werk schon zuvor übersetzt [aber wohl nicht gedruckt] hat. Er hat das Werk also, wie Mosheim, dem Philosophen Phaemon zugeschrieben. Spekulationen über das Leben Phaemons. | *** Der Hund ist nützlicher für den Menschen, wenn man sich um seine Gesundheit kümmert. | ||
* Es folgen Erläuterungen zum Nutzen des Werks / zu den Gründen für die Edition: | *** Das Werk enthält Rezepte, die Aurifaber möglichst korrekt wiedergeben wollte. | ||
** Es gibt keine Tierärzte. Von ihnen gab es in der Antike noch sehr viele. | *** Es ist eine fromme Aufgabe, die Zeugnisse der Alten zu bewahren. | ||
** Der Hund ist nützlicher für den Menschen, wenn man sich um seine Gesundheit kümmert. | ** Über Schwierigkeiten bei der Edition. Als Hilfsmittel hat Aurifaber die Übersetzung Mosheims verwendet (mit leidlichem Nutzen). | ||
** Das Werk enthält Rezepte, die Aurifaber möglichst korrekt wiedergeben wollte. | ** Er stellt eine Edition von Περὶ ἱερακόνων (das ebenfalls in der Abschrift enthalten war) in Aussicht sowie die Edition weiterer griechischer Werke. | ||
** Es ist eine fromme Aufgabe, die Zeugnisse der Alten zu bewahren. | |||
* Über Schwierigkeiten bei der Edition. Als Hilfsmittel hat Aurifaber die Übersetzung Mosheims verwendet (mit leidlichem Nutzen). | |||
* Er stellt eine Edition von Περὶ ἱερακόνων (das ebenfalls in der Abschrift enthalten war) in Aussicht sowie die Edition weiterer griechischer Werke | |||
Anmerkung: Nach Veröffentlichung des Werkes wurde Aurifaber spöttisch als "Hundsdoktor" bezeichnet. | Anmerkung: Nach Veröffentlichung des Werkes wurde Aurifaber spöttisch als "Hundsdoktor" bezeichnet. | ||
Version vom 20. Oktober 2022, 14:55 Uhr
| Zitationsvorschlag | MAV Druck 16 117 (20.10.2022), in: Medicinae Alumni Vitebergenses (MAV), https://mav.kallimachos.de/MAV_Druck_16_117 |
|---|---|
| VD16- / VD17-Nummer | VD16 ZV 4335 |
| Katalogeintrag | http://gateway-bayern.de/VD16+ZV+4335 |
| Jahr | 1545 |
| Sprache | Altgriechisch; Latein |
| Titel | PHAEMONIS ueteris Philosophi, Cynoso-phion, seu de cura canum li-ber, graece ac latine, ante hunc diem nusquam alibi excusus, interprete ANDREA AVRIFABro Vratislauiense, Me-dico. Accesserunt annotationes ...
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| Digitalisate | http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001A78E00000000 |
| Drucker | Hans Lufft |
| Druckort | Wittenberg
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| Schlagworte | Tierheilkunde; Rezepte,Edition; Übersetzung
|
Zum Inhalt
- Übersetzung und Edition des Kynosophions (Werk des byzantinischen Gelehrten Phaemon / Demetrios Pepagomenos) über Pflege und medizinische Behandlung von Hunden.
- Widmungsbrief an Albrecht von Brandenburg:
- Aurifaber dank Gott dafür, dass er trotz der gefährlichen Zeiten seine Helden den Künsten Zuflucht beten und sie fördern. Gott möge die Fürsten gesund erhalten und beschützen, denen die Religion und die Künste am Herzen liegen. Er möge sie in ihrem Bestreben bestärken, sich weiter um die Universitäten zu kümmern. Die Förderung der Künste ist notwendig, da ihre Beherrschung Fehler und dadurch innerkirchlichen Streit vermeiden hilft.
- Lob Albrechts für die Verbreitung der wahren Religion in Preußen.
- Lob Albrechts für die Einrichtung der Universität Königsberg. Er hat Gelehrte von der berühmtesten deutschen Universität Wittenberg an diese Universität berufen und Stipendiaten [wie Aurifaber] dorthin geschickt.
- Lob Albrechts für die Einrichtung der königlichen Bibliothek.
- Wortreicher Dank für das von Albrecht empfangene Stipendium, mit dem Aurifaber zum Medizinstudium nach Deutschland [Wittenberg] und Italien reisen konnte.
- Widmung und Segenswunsch.
- Lateinisches Vorwort
- Das Werk wurde lt. Aurifaber vorher nicht gedruckt und ist kaum bekannt
- Zum Erwerb der Schrift: Ein Soldat hatte einen Kodex nach Italien retten können, als Rhodos eingenommen wurde [1523]. Der Danziger Arzt Johannes Tresler konnte eine Abschrift erwerben, die das Kynosophion und Περὶ ἱερακόνων ("Über Raubvögel") enthielt, und schenkte sie Aurifaber unter der Bedingung, dass er sie publiziert. Aurifaber veröffentlicht die Schrift gern, weil sein Pflichtbewusstsein (religio) ihn dazu ermutigt und er Albrecht von Preußen die Publikation versprochen hat.
- Im Kodex fehlte der Name des Autors. Aurifaber ist daher Rupert von Mosheim gefolgt, der das Werk schon zuvor übersetzt [aber wohl nicht gedruckt] hat. Er hat das Werk also, wie Mosheim, dem Philosophen Phaemon zugeschrieben. Spekulationen über das Leben Phaemons.
- Es folgen Erläuterungen zum Nutzen des Werks / zu den Gründen für die Edition:
- Es gibt keine Tierärzte. Von ihnen gab es in der Antike noch sehr viele.
- Der Hund ist nützlicher für den Menschen, wenn man sich um seine Gesundheit kümmert.
- Das Werk enthält Rezepte, die Aurifaber möglichst korrekt wiedergeben wollte.
- Es ist eine fromme Aufgabe, die Zeugnisse der Alten zu bewahren.
- Über Schwierigkeiten bei der Edition. Als Hilfsmittel hat Aurifaber die Übersetzung Mosheims verwendet (mit leidlichem Nutzen).
- Er stellt eine Edition von Περὶ ἱερακόνων (das ebenfalls in der Abschrift enthalten war) in Aussicht sowie die Edition weiterer griechischer Werke.
Anmerkung: Nach Veröffentlichung des Werkes wurde Aurifaber spöttisch als "Hundsdoktor" bezeichnet.
Literatur
- Anselmino 2003, S. 44