Peter Burckhard: Unterschied zwischen den Versionen
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* Peter Burckhard war einer der Wegbereiter der humanistischen Medizin sowohl in Ingolstadt als auch in Wittenberg (Koch; Liess, 123f.; Boehm, 55). | * Peter Burckhard war einer der Wegbereiter der humanistischen Medizin sowohl in Ingolstadt als auch in Wittenberg (Koch; Liess, 123f.; Boehm, 55). | ||
* Franz Burckhard, Bruder des Mediziners, war Professor der Jurisprudenz beider Rechte in Ingolstadt und, als Konviktionsgenosse seines Kollegen Johannes Ecks, vehementer Gegner der Reformation (Boehm, 55). | * Franz Burckhard, Bruder des Mediziners, war Professor der Jurisprudenz beider Rechte in Ingolstadt und, als Konviktionsgenosse seines Kollegen Johannes Ecks, vehementer Gegner der Reformation (Boehm, 55). | ||
* Zwei nicht erhaltene Schriften über [https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10991344-8 Pleuritis], II. DIIIv.-DIVv., und [https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:3:1-364455 Narben (cicatrices)], 222, werden von Ziener, 10, Peter Burckhard zugeschrieben. Da die Arbeit über Pleuritis in einem von seinem Schüler Ammonius verfassten Druck erwähnt worden ist, erscheint die Zuschreibung Zieners hier wahrscheinlich, bei dem Werk über Narben hingegen, weil die zeitliche Distanz zwischen Lebzeit und Vermerk so hoch ist und der Name selbst, Peter Burckhard, nicht selten vorzufinden war, ist die Zuordnung unklar. | * Zwei nicht erhaltene Schriften über [https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10991344-8 Pleuritis], II. DIIIv.-DIVv., und [https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:3:1-364455 Narben (cicatrices)], 222, werden von Ziener 1967, 10, Peter Burckhard zugeschrieben. Da die Arbeit über Pleuritis in einem von seinem Schüler Ammonius verfassten Druck erwähnt worden ist, erscheint die Zuschreibung Zieners hier wahrscheinlich, bei dem Werk über Narben hingegen, weil die zeitliche Distanz zwischen Lebzeit und Vermerk so hoch ist und der Name selbst, Peter Burckhard, nicht selten vorzufinden war, ist die Zuordnung unklar. | ||
* Lt. Koch ist es wahrscheinlich, dass Burckardt in Ingolstadt auf [[Paracelsus]] traf, der bei ihm Asthma mit Erstickungsanfällen diagnostizierte. | * Lt. Koch ist es wahrscheinlich, dass Burckardt in Ingolstadt auf [[Paracelsus]] traf, der bei ihm Asthma mit Erstickungsanfällen diagnostizierte. | ||
* Unter Burckhard promovierten [[Heinrich Stackmann]], [[Stephan Wild]] und [[Augustin Schurff]]. | * Unter Burckhard promovierten [[Heinrich Stackmann]], [[Stephan Wild]] und [[Augustin Schurff]]. | ||
Version vom 25. Juli 2024, 15:06 Uhr
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Addenda zum Biogramm
- Burckhard ist ca. 1465 geboren worden (Boehm, 55).
- Peter Burckhard hatte fünf Töchter und einen Sohn (Götz, 36f.; Scheible 1997, 212f.).
- Der Professor der Medizin Peter Burckhard aus Ingolstadt ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Nürnberger Arzt Peter Burckhard oder dem Konstanzer Peter Burckhard.
- Der Mediziner war Sammler medizinischer Handschriften, z. B. entdeckte er eine Version des lateinischen Oreibasios in Regensburg (Liess, 124; Ziener, 4; Koch).
- Johann Agricola Ammonius und Leonhart Fuchs waren seine bekanntesten Schüler in Ingolstadt (Boehm, 4, 136; Liess, 123).
- Burckhard hatte Kontakt u. a. zu Wilibald Pirckheimer, Lazarus Spengler, Christoph Scheurl (Scheible 1997, 212f., 310, 348-350) und zum Nürnberger Drucker Friedrich Peypus (Matthäus, 1015f.).
- Lt. Boehm, 55, war Burckhard 1500-1503 Kämmerer der Universität Ingolstadt.
- Nach dem Abgang Burckhards ist sein Gehalt zwischen seinen Nachfolgern Stephan Wild und Augustin Schurff aufgeteilt worden, sodass danach die Universität, den Statuten Folge leistend, eine theoretische und eine praktische Professur der Medizin vorweisen konnte (Friedensburg 1917, 139).
- In den Jahren 1519 und 1520 ist Burckhard in die Geschicke seiner Zeit verstrickt worden; zum einen nämlich ist ihm vorgeworfen worden, er habe Johannes Eck, im Umfeld der Leipziger Disputation, vertrauliche Informationen über Martin Luther zukommen lassen - Eck selbst widersprach jener Anschuldigung -, zum anderen, als Burckhard Rektor seiner Universität gewesen war, oblag ihm einerseits die Aufgabe, studentische Aufständische im Zuge der reformatorischen Bewegung zu bestrafen, woraufhin Luther ihn, des nicht starken Durchgreifens wegen, scharf kritisierte sowie, in einem Brief an Georg Spalatin, als „homo insanus" bezeichnete, und andererseits war er von Eck aufgefordert worden, die Bannandrohungsbulle Exsurge Domine öffentlichkeitswirksam gegen Luther zu verkünden; ein Gesuch, dem Burckhard nicht nachging. Später, nach seiner Rückkehr nach Ingolstadt, hielt sich Burckhard aus den Streitigkeiten rund um die Reformation in seiner Heimatstadt entschieden zurück (Friedensburg 1917, 136-138; Friedensburg 1926, 101f., 103, 107, 108; Scheible 1997, 348-350; Koch; WA Br).
- Burckhard teilte das Anliegen seiner Wittenberger Kollegen, die Universität nicht nur philologisch, sondern auch hinsichtlich der Methodik zu modernisieren (Friedensburg 1926, 89).
- Peter Burckhard war einer der Wegbereiter der humanistischen Medizin sowohl in Ingolstadt als auch in Wittenberg (Koch; Liess, 123f.; Boehm, 55).
- Franz Burckhard, Bruder des Mediziners, war Professor der Jurisprudenz beider Rechte in Ingolstadt und, als Konviktionsgenosse seines Kollegen Johannes Ecks, vehementer Gegner der Reformation (Boehm, 55).
- Zwei nicht erhaltene Schriften über Pleuritis, II. DIIIv.-DIVv., und Narben (cicatrices), 222, werden von Ziener 1967, 10, Peter Burckhard zugeschrieben. Da die Arbeit über Pleuritis in einem von seinem Schüler Ammonius verfassten Druck erwähnt worden ist, erscheint die Zuschreibung Zieners hier wahrscheinlich, bei dem Werk über Narben hingegen, weil die zeitliche Distanz zwischen Lebzeit und Vermerk so hoch ist und der Name selbst, Peter Burckhard, nicht selten vorzufinden war, ist die Zuordnung unklar.
- Lt. Koch ist es wahrscheinlich, dass Burckardt in Ingolstadt auf Paracelsus traf, der bei ihm Asthma mit Erstickungsanfällen diagnostizierte.
- Unter Burckhard promovierten Heinrich Stackmann, Stephan Wild und Augustin Schurff.
Literatur und weiterführende Links
- Boehm 1998, 4, 55, 136, 297 (fehlerhafte/abweichende Vita)
- CIV: https://www.civ-online.org/de/service/datenbank/#/matrikel/59cbe9a4d310d83800009ad1
- Disselhorst 1929, 83
- Förstemann 1841, 91
- Friedensburg 1917, 128, 136-139, 210
- Friedensburg 1926, 87, 89, 100, 101f., 103, 107f., 111f.
- Götz 1925, 14, 36f. (Epitaph mit Beschreibung des Gedenksteins)
- Hofheinz 2001, 19
- Kaiser/Völker 1980b, 12f.
- Koch 2007, 292 und 304
- Liess 1984, 44f., 49, 59f., 66-71, 112, 123f.
- Maisch 2011, 32
- Matthäus 1969, 1015f.
- M.ch.f.262, 9v (ein Petrus Burckhardt soll 1516 „Calender Macher in Franckhen" gewesen sein)
- Münkle 1992, 13
- Pardi 1900, 88f.
- Pölnitz 1937, 90
- RAG: https://resource.database.rag-online.org/ngND7U870OF61cjhhNmc0LzE
- Scheible 1997, 212f., 310, 348-350
- Scheible 2003, 243
- Soden/Knaake 1872, 49f., 57, 84, 95f., 127f.
- Szaivert/Gall 1967, 203
- WA Br 1931, Nr. 312
- Ziener 1967, 1-10
- Zinner 1964, 150f., 160