Peter Burckhard: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 17. November 2025, 20:34 Uhr
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Addenda zum Biogramm
- Burckhard ist ca. 1465 geboren worden (Boehm, 55).
- Peter Burckhard hatte fünf Töchter und einen Sohn (Götz, 36f.; Scheible 1997, 212f.).
- Der Professor der Medizin Peter Burckhard aus Ingolstadt ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Nürnberger Arzt Peter Burckhard oder dem Konstanzer Peter Burckhard.
- Der Mediziner war Sammler medizinischer Handschriften, z. B. entdeckte er eine Version des lateinischen Oreibasios in Regensburg (Liess, 124; Ziener, 4; Koch).
- Johann Agricola Ammonius und Leonhart Fuchs waren seine bekanntesten Schüler in Ingolstadt (Boehm, 4, 136; Liess, 123).
- Burckhard hatte Kontakt u. a. zu Wilibald Pirckheimer, Lazarus Spengler, Christoph Scheurl (Scheible 1997, 212f., 310, 348-350) und zum Nürnberger Drucker Friedrich Peypus (Matthäus, 1015f.).
- Lt. Boehm, 55, war Burckhard 1500-1503 Kämmerer der Universität Ingolstadt.
- Nach dem Abgang Burckhards ist sein Gehalt zwischen seinen Nachfolgern Stephan Wild und Augustin Schurff aufgeteilt worden, sodass danach die Universität, den Statuten Folge leistend, eine theoretische und eine praktische Professur der Medizin vorweisen konnte (Friedensburg 1917, 139).
- In den Jahren 1519 und 1520 wurde Burckhard in die Wirren seiner Zeit hineingezogen: Zum einen wurde er beschuldigt, im Umfeld der Leipziger Disputation vertrauliche Informationen über Martin Luther an Johannes Eck weitergegeben zu haben - Eck selbst bestritt diese Anschuldigung -, zum anderen oblag Burckhard als Rektor seiner Universität die Bestrafung der infolge der reformatorischen Bewegung sich erhobenen, studentischen Aufrührer, woraufhin Luther ihn wegen mangelnden Durchgreifens scharf kritisierte und in einem Brief an Georg Spalatin als „homo insanus" bezeichnete; Eck hingegen hatte ihn aufgefordert, die Bannandrohungsbulle "Exsurge Domine" gegen Luther öffentlich zu verkünden, eine Aufforderung, der Burckhard nicht nachkam. Später, nach seiner Rückkehr nach Ingolstadt, hielt sich Burckhard aus den Streitigkeiten rund um die Reformation in seiner Heimatstadt entschieden heraus (Friedensburg 1917, 136-138; Friedensburg 1926, 101f., 103, 107, 108; Scheible 1997, 348-350; Koch; WA Br).
- Burckhard teilte das Anliegen seiner Wittenberger Kollegen, die Universität nicht nur philologisch, sondern auch hinsichtlich der Methodik zu modernisieren (Friedensburg 1926, 89).
- Peter Burckhard war einer der Wegbereiter der humanistischen Medizin sowohl in Ingolstadt als auch in Wittenberg (Koch; Liess, 123f.; Boehm, 55).
- Franz Burckhard, Bruder des Mediziners, war Professor der Jurisprudenz beider Rechte in Ingolstadt und, als Konviktionsgenosse seines Kollegen Johannes Ecks, vehementer Gegner der Reformation (Boehm, 55).
- Zur Rezeption:
- Johann Agricola beruft sich in einer 1533 erschienenen Schrift mit dem Titel "Ain (...) außzug (...) von Ursachen, Zaichen, Fürsehung und Haylung der grewlichen Pestilentz" auf Bl. DIVv bei der Behandlung von Pleuritis auf Peter Burckhard und Pierre Brissott als Autoritäten. Man kann dies lt. Ziener 1967, 10 als Hinweis auf eine nicht erhaltene Schrift Burckhards deuten.
- In einer weiteren von Johannes Stocker verfassten Schrift aus dem Jahr 1601 "Empirica, sive Medicamenta Varia (...)" wird ein Rezept zur Behandlung von Narben abgedruckt. Ziener 1967, 10 deutet die Zuweisung "D. Buchardi" als Verweis auf ein nicht erhaltenes Werk Peter Burckhards. Aufgrund der zeitlichen Distanz und des fehlenden Vornamens ist es nicht sicher, ob tatsächlich Peter Burckhard gemeint ist. Sollte tatsächlich Peter Burckhard gemeint sein, ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass eines seiner Rezepte auch auf andere Weise in den Besitz Stockers gelangte.
- Lt. Koch ist es wahrscheinlich, dass Burckardt in Ingolstadt auf Paracelsus traf, der bei ihm Asthma mit Erstickungsanfällen diagnostizierte.
- Unter Burckhard promovierten Heinrich Stackmann, Stephan Wild und Augustin Schurff.
Literatur und weiterführende Links
- Boehm 1998, 4, 55, 136, 297 (fehlerhafte/abweichende Vita)
- Böhmer/Kabus 1981, 20f., 50
- CIV: https://www.civ-online.org/de/service/datenbank/#/matrikel/59cbe9a4d310d83800009ad1
- Disselhorst 1929, 83
- Förstemann 1841, 91
- Friedensburg 1917, 128, 136-139, 210
- Friedensburg 1926, 87, 89, 100, 101f., 103, 107f., 111f.
- Götz 1925, 14, 36f. (Epitaph mit Beschreibung des Gedenksteins)
- Hofheinz 2001, 19
- Kaiser/Völker 1980b, 12f.
- Koch 2007, 292 und 304
- Liess 1984, 44f., 49, 59f., 66-71, 112, 123f.
- Maisch 2011, 32
- Matthäus 1969, 1015f.
- M.ch.f.262, 9v (ein Petrus Burckhardt soll 1516 „Calender Macher in Franckhen" gewesen sein)
- Münkle 1992, 13
- Pardi 1900, 88f.
- Pölnitz 1937, 90
- RAG: https://resource.database.rag-online.org/ngND7U870OF61cjhhNmc0LzE
- Scheible 1997, 212f., 310, 348-350
- Scheible 2003, 243
- Soden/Knaake 1872, 49f., 57, 84, 95f., 127f.
- Szaivert/Gall 1967, 203 (=Matrikel Wien)
- WA Br 1931, Nr. 312
- Ziener 1967, 1-10
- Zinner 1964, 150f., 160