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Willkommen auf der Seite des von der DFG geförderten Projekts '''''Medicinae Alumni Vitebergenses (MAV).''' Eine prosopographische Untersuchung der medizinischen Alumni der Leucorea und ihrer Bedeutung für die Entwicklung und Verbreitung einer reformatorisch geprägten Medizin (1502–1648)''. | |||
== Das Projekt == | |||
Die Universität Wittenberg war im 16. und 17. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum für die Ausbildung von Ärzten innerhalb des Heiligen Römischen Reiches. Im Vergleich mit anderen deutschen Universitäten verfügte sie über eine große Menge an Medizinstudenten, von denen wiederum viele nach ihrem Abschluss an zahlreichen Fürstenhöfen praktizierten oder an bedeutenden anderen Universitäten lehrten. Man geht also nicht zu weit, wenn man der Wittenberger Universität einen bedeutenden Einfluss zu spricht. Die Beliebtheit der Wittenberger Universität verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass sie auf dem neuesten Stand der Forschung war. Diese Vorreiterrolle ist dabei vor allem auf Bestrebungen Philipp Melanchthons zurückzuführen. Melanchthon hatte nämlich gezielt versucht, die zeitgenössische akademische Medizin mit den neuen protestantischen Glaubensvorstellungen zu verbinden. So erklärte er etwa unter Verwendung antiker medizinischer Konzepte und protestantischer Glaubensvorstellungen, wie der Zustand des menschlichen Körpers nach dem Sündenfall des Menschen beschaffen ist und der Heilige Geist im Körper frommer Menschen wirkt. Seine Konzepte, Werke und Vorlesungen wurden von vielen Wittenberger Dozenten an der medizinischen Fakultät aufgegriffen und weiterentwickelt; und auch in anderen Bereichen können "typisch" Wittenberger Ansichten diskutiert werden, etwa im Bereich der Embryologie, der Ordnung der Natur oder der Beschreibung seelischer Grenzzustände. | |||
Das Projekt ''Medicinae Alumni Vitebergenses'' setzte hier an und wollte diesen Einfluss der Wittenberger Universität sichtbar machen. Hierzu verfolgte es eine doppelte Strategie. Erstens wurden alle Absolventen, die in der Zeit zwischen 1502 bis 1648 an der medizinischen Fakultät der Universität Wittenberg studierten, in dieser Datenbank systematisch erfasst und anhand von maschinenlesbaren und vergleichbaren Biogrammen beschrieben. Dadurch wurde der soziale Hintergrund, typische Karrierewege, Prägungen durch das Studium und Wirkungsorte nachvollzogen. Zweitens wurden auch ihre Werke in die Datenbank aufgenommen und im Hinblick auf Konzepte und Denkmuster untersucht, die typisch für die Wittenberger Medizin sind. Aus diesem Grund wurden vor allem Disputationen, da sie zu einem gewissen Grad die Lehrtätigkeit wiederspiegeln, genauer untersucht und verschlagwortet, sowie solche Werke, deren Themen als typisch für Wittenberg gelten dürfen (Drucke zu den Themen Anatomie, Embryologie, Naturphilosophie und seelische Grenzzustände). Einige der Drucke wurden hierzu auch mit Inhaltsangaben versehen. | |||
== Bearbeiter == | |||
Das von Prof. Dr. Dr. Michael Stolberg beantragte Projekt wurde von der DFG gefördert und in der Zeit vom 01.04.2022-31.10.2025 von Dr. Manuel Huth bearbeitet. Hilfskräfte waren Benjamin Stärr, Kamoj Sikharulidze und Luca Coppolino. | |||
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Aktuelle Version vom 7. Januar 2026, 19:23 Uhr
Willkommen auf der Seite des von der DFG geförderten Projekts Medicinae Alumni Vitebergenses (MAV). Eine prosopographische Untersuchung der medizinischen Alumni der Leucorea und ihrer Bedeutung für die Entwicklung und Verbreitung einer reformatorisch geprägten Medizin (1502–1648).
Das Projekt
Die Universität Wittenberg war im 16. und 17. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum für die Ausbildung von Ärzten innerhalb des Heiligen Römischen Reiches. Im Vergleich mit anderen deutschen Universitäten verfügte sie über eine große Menge an Medizinstudenten, von denen wiederum viele nach ihrem Abschluss an zahlreichen Fürstenhöfen praktizierten oder an bedeutenden anderen Universitäten lehrten. Man geht also nicht zu weit, wenn man der Wittenberger Universität einen bedeutenden Einfluss zu spricht. Die Beliebtheit der Wittenberger Universität verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass sie auf dem neuesten Stand der Forschung war. Diese Vorreiterrolle ist dabei vor allem auf Bestrebungen Philipp Melanchthons zurückzuführen. Melanchthon hatte nämlich gezielt versucht, die zeitgenössische akademische Medizin mit den neuen protestantischen Glaubensvorstellungen zu verbinden. So erklärte er etwa unter Verwendung antiker medizinischer Konzepte und protestantischer Glaubensvorstellungen, wie der Zustand des menschlichen Körpers nach dem Sündenfall des Menschen beschaffen ist und der Heilige Geist im Körper frommer Menschen wirkt. Seine Konzepte, Werke und Vorlesungen wurden von vielen Wittenberger Dozenten an der medizinischen Fakultät aufgegriffen und weiterentwickelt; und auch in anderen Bereichen können "typisch" Wittenberger Ansichten diskutiert werden, etwa im Bereich der Embryologie, der Ordnung der Natur oder der Beschreibung seelischer Grenzzustände.
Das Projekt Medicinae Alumni Vitebergenses setzte hier an und wollte diesen Einfluss der Wittenberger Universität sichtbar machen. Hierzu verfolgte es eine doppelte Strategie. Erstens wurden alle Absolventen, die in der Zeit zwischen 1502 bis 1648 an der medizinischen Fakultät der Universität Wittenberg studierten, in dieser Datenbank systematisch erfasst und anhand von maschinenlesbaren und vergleichbaren Biogrammen beschrieben. Dadurch wurde der soziale Hintergrund, typische Karrierewege, Prägungen durch das Studium und Wirkungsorte nachvollzogen. Zweitens wurden auch ihre Werke in die Datenbank aufgenommen und im Hinblick auf Konzepte und Denkmuster untersucht, die typisch für die Wittenberger Medizin sind. Aus diesem Grund wurden vor allem Disputationen, da sie zu einem gewissen Grad die Lehrtätigkeit wiederspiegeln, genauer untersucht und verschlagwortet, sowie solche Werke, deren Themen als typisch für Wittenberg gelten dürfen (Drucke zu den Themen Anatomie, Embryologie, Naturphilosophie und seelische Grenzzustände). Einige der Drucke wurden hierzu auch mit Inhaltsangaben versehen.
Bearbeiter
Das von Prof. Dr. Dr. Michael Stolberg beantragte Projekt wurde von der DFG gefördert und in der Zeit vom 01.04.2022-31.10.2025 von Dr. Manuel Huth bearbeitet. Hilfskräfte waren Benjamin Stärr, Kamoj Sikharulidze und Luca Coppolino.
Erste Schritte
Bitte lesen Sie bei Fragen und als Orientierungshilfe zunächst die Seite Anleitung.
Personen
- Personen insgesamt (8835)
- MAVs (Medicinae Alumni Vitebergenses) (747) (=Studenten der medizinischen Fakultät Wittenberg und Ärzte, die in Wittenberg studiert haben; wenn sie nicht einer der zwei folgenden Kategorien zuzuweisen sind, wurden von ihnen i.d.R. nur die Grunddaten)
- Dozenten (Med. Fak. Wittenberg)(71): Dozenten der medizinischen Fakultät Wittenberg (mit Kurzviten und Werken; eigentlicher Fokus der Datenbank)
- Graduierte (200): Graduierte der medizinischen Fakultät Wittenberg (mit Kurzviten und Werken; eigentlicher Fokus der Datenbank)
- Andere Personen (8088)
- MAVs (Medicinae Alumni Vitebergenses) (747) (=Studenten der medizinischen Fakultät Wittenberg und Ärzte, die in Wittenberg studiert haben; wenn sie nicht einer der zwei folgenden Kategorien zuzuweisen sind, wurden von ihnen i.d.R. nur die Grunddaten)
Geographika
- Orte (1407)
- Institutionen (183)
- Universität Wittenberg
Drucke
- Drucke (5761)
Literatur und weiterführende Links
- Literatur (634)