Martin Weise I.
Addenda zum Biogramm
- Alternatives Todesdatum: 16.03.1693, dieses nach Früh/Goedeke/Wilckens 1985 a. St.
- Getauft am 22.09.1605, beerdigt am 23.03.1693 in der Marienkirche (Grabstein erhalten)
- Vater ursprünglich aus Schottland und Ratsherr in Lübben, Mutter ist Tochter des Philip Doniken aus Lübben
- Nach Behandlung kaiserlicher und schwedischer Offiziere in Berlin schnell hochgeschätzter Mediziner
- Am 07.02.1631 Eheschließung mit Catharina Berchelmann, Tochter des Landrentmeisters Joachim Berchelmann
- 1638 Heilung des gefählich erkrankten Prinzen Friedrich Wilhelms
- Als Leibarzt in Berlin wohnhaft in der Klosterstraße 73 und der Heiligegeiststraße; weiterer Grundbesitz
- Sohn Theodor Weise in der Jugend gestorben
- Tochter Anna Rosina Weise heiratete am 09.05.1655 Gabriel Luther
- Tochter Catharina Elisabeth Weise heiratete Joachim Ernst Seidel
- Sohn Gottfried Weise wurde brandenburgischer/preußischer Hof- Geheim- und Kammerrat, 1698 oder 1701 geadelt
- Sohn Johann Jakob Weise wurde königich-preußischer Rat und Leibmedikus
- Der verschollene Nachlass soll eine Sammlung lateinischer Gedichte ("Clio Brandenburgica") und einen Aufstz zur Geschichte der brandenburgischen Leibärzte ("De archiatris Brandenburgicis") enthalten haben
- populäre Ehrenbezeichnung als "Brandenburgischer Hippokrates"
- Mitinitiator des brandenburgischen Medizinalediktes von 1685
Fußnoten
Fußnote 1
Anfangsdatum TPQ (Belagerung des alten Schulorts Bautzen); Enddatum TAQ (Spätere Datierung des Studienbeginns in Frankfurt/Oder); Alternatives Enddatum, etwa nach Neumann 1835, 130: 1622
Fußnote 2
Daten nach Bahl 2001, 615. Alternative Daten nach Seidel/Küster 1751 und Noack/Splett 1997: 1622-1624; Studium unter Gottfried Weidner, Samuel Scharlach und Franz Omich; konstant bleibt in der Literatur die Angabe von "zwei Jahren" Studium aus MAV Druck 17 172, 37; nach Winau 2002 Studium in Frankfurt und Wittenberg 1625-1629
Fußnote 3
Enddatum entspricht Erwerb des Dr.med.; Motivation für den Wechsel nach Wittenberg nach Neumann 1835 der gute Ruf Daniel Sennerts, nach Bahl 2001 die Pest in Frankfurt; wegen Pest in Wittenberg 1628 Reise durch Böhmen und Schlesien
Fußnote 4
Informator von Daniel Sennert II.; Anfangsdatum TPQ (Studienbeginn in Wittenberg), Enddatum TAQ (mutmaßl. Ende des Studiums in Wittenberg)
Fußnote 5
Anfangsdatum TPQ (Studienbeginn in Wittenberg); Enddatum TAQ (mutmaßliches Studienende); nach Neumann 1835 habe Daniel Sennert Weise als Dekan die Erlaubnis erteilt, Privatcollegia zu halten, der dieser auch nachgegangen sei
Fußnote 6
Niederlassung in Berlin wegen der schlechten Aussichten an der Universität Wittenberg und auf Anraten Daniel Sennerts; Anfangsdatum nach Noack/Splett 1997, 477 (Schon vor Promotion nach Berlin vermittelt); Enddatum Schätzung nach Bahl 2001 ("vor 1632"/"ca. 1631" Leibarzt bei Georg Wilhelm (Brandenburg))
Fußnote 7
Anfangsdatum Schätzung nach Bahl 2001, 206: "vor 1632", 615: "ca. 1631"; Nach Bahl 2001, 615: "1637 bestallt?"; ab 1671 ältester Leibmedikus; 1683 lag die Bezahlung Weises nach König 1793, 388-389 bei insg. 965 th., 19 gr.; die bei Bahl 2001 angeführten 700 th. sind die reine Besoldung ohne Kostgeld etc.; nach Bahl 2001 1688 trotz bereits erfolgter Eremitierung von Friedrich I. (Preußen) als Hofarzt bestätigt, dieser Sonderzustand bestand laut MAV Druck 17 172, 41 bis an Weises Lebensende fort
Fußnote 8
Nach Bahl 2001: Betreuer des kurfürstlichen Lustgartens, ohne Datierung; Anfangsdatum TPQ (Wiederherstellung des Lustgartens); Enddatum TAQ (Tod)
Fußnote 9
Anfangsdatum nach Winau 1971, 215: am 12.11.1685 erster "Dekan" des neu gegründeten Collegiums; der dort zit.König 1793, 235 verzeichnet an diesem Tag ein "besonderes Medicinaledikt" im Zusammenhang mit dem Collegium; Titel nach Bahl 2001 "1. Dekan (Senior)", nach Koch 2007 "Präsident"; Enddatum TAQ (Tod)
Fußnote 10
Ausschlagung eines Rufes von Daniel Sennert als Professor der Arzneikunde an die Universität Wittenberg wegen Ernennung zum Leibarzt von Georg Wilhelm (Brandenburg). Alternatives Datum nach Winau 1971 u. a.: 1635 (Wohl nach der fälschlichen Angabe des Todesjahrs Johann Georg Pelshofers, dessen Stelle vakant wurde, in MAV Druck 17 172, 38)
Fußnote 11
Abordnung zur kaiserlichen Armee auf Befehl des Kurfürsten; Anfangsdatum nach Früh/Goedeke/Wilckens 1985, 4354; Enddatum TAQ (Behandlung von Friedrich Wilhelm (Brandenburg))
Literatur und weiterführende Links
- CIV: https://www.civ-online.org/de/service/datenbank/#/matrikel/59cbe9a4d310d8380000d012?offset=63
- MAV Druck 17 2541 (Leichenpredigt für Martin Weise II.)
- MAV Druck 17 172 (Leichenpredigt)
- MAV Druck 17 161 (Trauerrede)
- MAV Druck 17 168 (Trauerrede)
- Küster/Müller 1737, I 286 und 473, III 28, 283, 470 und 473
- Kestner 1740, 911
- Seidel/Küster 1751, 191-195
- König 1793, 235, 295 und 388-389
- Neumann 1835
- Friedländer 1887, 592 (=Matrikel Frankfurt (Oder))
- ADB
- Treue 1951
- Winau 1971, 215-216
- Früh/Goedeke/Wilckens 1985, 4354-4356
- Mortzfeld 1986-2004, Bd. 27, 105 (Porträt; online unter: https://portraits.hab.de/person/16229)
- Winau 1987, 13
- Bahl 2001, 615 u.ö.
- Noack/Splett 1997, 477-481
- Winau 2002
- Koch 2007, 293, 298 und 335